Wie geht’s weiter in 2020?

IPL-Magazin 52 | Juli 2020 | Autor: Dr. Matthias Pfeffer

 

Querdenken erlaubt: 6 Möglichkeiten wie Sie Ihr Zukunft besser absichern können!

 

Dr. Matthias Pfeffer

Wer die Frage, wie es in Bezug auf sein Business weitergeht, sicher beantworten kann, gehört vermutlich zu den Gewinnern der letzten Monate. Leider profitieren nur wenige Branchen und Unternehmen aus der Corona-Krise. Die meisten Firmen blicken in eine ungewisse Zukunft. Wie sieht das Jahr 2020 oder 2021 aus? Kommt eine 2. Corona-Welle und welche Auswirkungen hat diese? Wie verändern sich Umsatz und Stückzahlen? Können wir unsere Ressourcen noch auslasten und letztendlich im Betrieb halten? Das passiert mit den Mitarbeitern? Dies sind nur einige Fragen, auf die sie oder ihre Kollegen Antworten suchen. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten, damit Sie Ihre Zukunft sicherer angehen können.


Möglichkeit 1: Risikomanagement – Szenarien planen

Für ein zukünftiges Risikomanagement sollten sie unterschiedliche Szenarien für Ihr Unternehmen bzw. Ihre Fertigung ausarbeiten. Ob es einen weiteren Lockdown geben wird, ist eher fraglich. Aber ein durchaus wahrscheinliches Szenario bei einer 2. Corona Welle ist eine erhöhte Krankheitsrate der Mitarbeiter. Hier sollten Sie prüfen, was passieren könnte, wenn in bestimmten Bereichen bis zu 30% der Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen. Gleichzeit kann es passieren, dass wichtige Zulieferer in Schwierigkeit geraten, da entweder auch dort die Krankheitsrate gestiegen ist oder andere Länder das wirtschaftliche Treiben wieder vorübergehend eingestellt haben. Was sind kritische Bereiche im Unternehmen, bei denen eine erhöhte Krankheitsquote ernsthafte Folgen haben könnte und was sind kritische Lieferanten?


Möglichkeit 2: Flexibilität in Bezug auf Mengenvolumen festlegen

Wie flexibel ist Ihre Produktion? Diese Frage ist nicht nur in Corona-Zeiten ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hier bekommt sie aber eine andere Bedeutung. Während wir im Normalfall eher von der Variantenflexibilität sprechen (also wie schnell kann Ihre Produktion unterschiedliche Varianten in entsprechenden Kundenwunschmengen produzieren), ist in dieser Zeit auch die Mengen- bzw. Volumenflexibilität wichtig. Welche Mengenschwankungen verkraftet Ihre Produktion?

Wieviel Prozent Steigerung oder auch Rückgang der Gesamtmenge ist für einen stabilen Prozess noch sinnvoll? Welche Maßnahmen müssen Sie ergreifen, wenn Ihr Produktionsvolumen um mehr als 20% steigt oder sinkt?

 

Möglichkeit 3: Potenziale nutzen und Mitarbeiter fördern

Die letzte große Krise war im Jahre 2008/2009. Viele Unternehmen entließen aufgrund der damaligen schlechten Auftragslage etliche Mitarbeiter. Natürlich ist eine Krise auch eine Möglichkeit, sich von einigen Personen zu trennen, aber in der Regel gehen dann auch Mitarbeiter, die man eigentlich halten möchte. Als es nach der Wirtschaftskrise wieder anlief, waren viele Unternehmen nicht in der Lage den Anstieg der Aufträge zu bewältigen und mussten für noch teureres Geld neues Personal einstellen. Die vermeintliche Einsparung, die man geglaubt hatte, entwickelte sich somit schnell zu einem großen Kostenfaktor. Nutzen Sie die Krise für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, da auch Corona und eine etwaige Rezession zeitlich begrenzt sind.

 

Möglichkeit 4: Insourcing Strategie entwickeln

Im Laufe der letzten Jahre wurden viele Fertigungsbereiche und/oder Produkte an externe Zulieferer fremd vergeben. Prüfen Sie hier, welche Möglichkeiten Sie haben, diese Produkte wieder in die eigene Produktion zurück zu holen, um Mitarbeiter und Anlagen bei sinkender Nachfrage auszulasten. Sofern diese Teile bereits selbst produziert wurden, empfiehlt es sich, ein Insourcing-Konzept zu entwickeln, in dem Sie Technik und Organisation auf Machbarkeit prüfen.

 

Möglichkeit 5: Alternative Produkte oder Services bewerten

SEAT hat es vorgemacht und BOSCH ist sogleich gefolgt. Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie haben ihre Produktion in kürzester Zeit umgestellt und in der Corona Zeit komplett neue Produkte produziert. Während SEAT Beatmungsgeräte montiert hat, hat BOSCH einen COVID19-Test entwickelt und gebaut. Diese Flexibilität ist nur möglich, wenn die Organisation und Prozesse stimmen.

Haben Sie schon mal nachgedacht, welche alternativen Produkt bei Ihnen übers „Band“ laufen könnten? Welchen Aufwand würde es für die Produktion und Logistik bedeuten, wenn Ihre Fabrik komplett andere Produkte fertigen würde? Szenarien in dieser Richtung zu planen, erweitern ihre Möglichkeiten und können Schwankungen der Nachfrage ausgleichen. Insbesondere in den investitionsintensiven Maschinenbereichen kann diese eine Maßnahme sein, die Kosten zu reduzieren.

 

Möglichkeit 6: Digitalisierung angehen – Reifegrad messen

Sieht man die positiven Seiten der Corona-Krise, so hat es in Deutschland einen Schub in Sachen Digitalisierung gegeben. Unternehmen haben neue Systeme zur dezentralen Arbeit installiert und häufig auch die Schwachstellen ihrer eigenen Netzwerke erkannt. Dies ist häufig ein erster Schritt, der in Digitalisierungsprojekten durchgeführt werden muss. Damit ist ein Anfang getan, um für die weitere digitale Transformation gerüstet zu sein. Messen Sie doch einmal Ihren Digitalisierungs-Reifegrad mit uns, damit Sie erkennen, wo Sie derzeit stehen und welche Möglichkeiten Sie haben, die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen voranzutreiben. Egal, welche Möglichkeiten Sie ins Auge fassen, um sich für die Zukunft abzusichern, wir helfen Ihnen vom Konzept bis zur Umsetzung.