IPL-Magazin 46 | Januar 2019 | Autor: Matthias Miesbeck

WANDEL IST UNSER ERFOLG DER ZUKUNFT 

Die Digitalisierung hat in unserem Alltag bereits flächendeckend Einzug gehalten.

 

Matthias Miesbeck
Matthias Miesbeck

WhatsApp, Facebook, MyTaxi, AirBnB, Amazon und Wikipedia haben einen großen Einfluss auf unser Kommunikations- und Konsumverhalten. Im Bereich Weiterbildung beginnen E-Learning und Blended-Learning- Angebote zu verbreiten.

Der Weiterbildungsmarkt ist aber noch traditionell aufgestellt und digitale Angebote sind eher noch die Seltenheit. Doch wie sieht die Weiterbildung der Zukunft aus und welchen Anteil an der Innovation wird diese zukünftig haben?

Fragen, die uns und die Unternehmen in den nächsten Jahren auf jeden Fall beschäftigen werden.

 

Wachsende Bedeutung von Weiterbildung

Der Stellenwert von Weiterbildung gewinnt immer mehr an Bedeutung. So ist das Thema Weiterbildungsmöglichkeiten u.a. ein Kriterium für Bewerber, die sich für einen zukünftigen Arbeitgeber entscheiden. Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist betriebliche Weiterbildung von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund der Globalisierung, des demografischen Wandels und der hohen Veränderungsdynamik in den Produkt- sowie Arbeitsmärkten ist Weiterbildung ein Schlüssel für den zukünftigen Erfolg.

Gemäß der Studie „TRENDMONITOR WEITERBILDUNG – 2018“ der Handelshochschule HHL Leipzig nutzen 85 % der befragten Unternehmen zentrale und individuelle Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter, wobei 98 % der Unternehmen angaben, individuelle Mitarbeiterwünsche zu berücksichtigen. Des Weiteren kann man klar festhalten, dass 73 % der befragten Unternehmen aktuell Weiterbildung als „sehr wichtig“ einstufen und weitere 25 % Weiterbildung noch als „ziemlich wichtig“ einstufen. Auch für die kommende Jahre sehen die Unternehmen eine ähnliche Tendenz.

 

Abbi.1: Bedeutung Weiterbildung in der Zukunft. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018
Abb.1: Bedeutung Weiterbildung in der Zukunft. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018

 

Hürden und Lücken bei der Implementierung von Weiterbildung

Um Weiterbildungsziele in Unternehmen zu erreichen, muss eine Strategie zur Weiterbildung erarbeitet und gelebt werden. Hierzu ist es notwendig, Zielgruppen zu definieren, Methoden und Instrumente festzulegen und auch die Rahmenbedingen, Zeit und finanzielle Mittel, den Weiterbildungszielen entsprechend zu gestalten. Wie die Studie zeigt, gibt es nur bei 30 % der befragten Unternehmen eine etablierte Weiterbildungsstrategie.

 

Abb.2: Grad der  Implementierung  der Weiterbildungsstrategie in Prozent. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband
Abb.2: Grad der Implementierung der Weiterbildungsstrategie in Prozent. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband

 

 

Als Ursachen dafür nennen die befragten Unternehmen:

 

Abbildung 3: Hürden bei der Implementierung von Weiterbildungsstrategien in Prozent. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband
Abbildung 3: Hürden bei der Implementierung von Weiterbildungsstrategien in Prozent. Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband

 

Ausgaben für Weiterbildung

Bei den Gesamtausgaben für Weiterbildung wurde im Rahmen der Studie festgestellt, dass je nach Unternehmensgröße, kleinere Unternehmen zu einem Anteil von rund 56 % jährlich zwischen 1.000 und 10.000 Euro für
Weiterbildung ausgeben, 46 % der mittleren Unternehmen zwischen 10.000 und 100.000 Euro und fast 96 % der Großunternehmen mehr als 100.000 Euro in die Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Das wirkt auf den ersten Blick viel, doch in Korrelation zur Anzahl der Mitarbeiteranzahl sieht die Welt dann oftmals ein wenig anders aus.

So kann man in einigen Fällen feststellen, dass pro Mitarbeiter nur rund 1.100 Euro pro Jahr ausgegeben werden. Wenn Sie bedenken, was ein externer Schulungstag in Summe kostet, dann können Sie damit den Mitarbeiter maximal 1,5 Tage pro Jahr schulen.

 

Formen und Inhalte der Weiterbildung

Trotz des allgemeinen Trends der Digitalisierung dominieren in den Unternehmen immer noch klassische Präsenzseminare und Workshops, wie nachfolgende Abbildung zeigt:

 

Abb. 4: Angebotene Weiterbildungsformen nach Größenklasse in Prozent; Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband
Abb. 4: Angebotene Weiterbildungsformen nach Größenklasse in Prozent; Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband

 

 

Im Rahmen der Schulungen werden vorwiegend folgende Themengebiete angeboten:

 

Abb. 5: Themengebiete innerbetrieblicher Weiterbildung; Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband
Abb. 5: Themengebiete innerbetrieblicher Weiterbildung; Quelle: Trendmonitor Weiterbildung 2018; HHL Leipzig, Lecturio, Stifterverband

 


Daneben wurden vor allem noch fachspezifische Schulungen, Produkttrainings sowie Weiterbildungen zu den Themenbereichen Arbeitsschutz, Compliance, Datenschutz sowie zu rechtlichen und technischen Aspekten genannt. Vor dem Hintergrund der zukünftigen Entwicklungen, im Speziellen auch der Digitalisierung, gaben die Unternehmen an, dass folgende Themen der Weiterbildung für Sie von entscheidender Bedeutung sind:

  • Lernbereitschaft und Reflexionsfähigkeit

  • Fachspezifische Methoden und Verfahren

  • Führungskompetenz und Entscheidungsfähigkeit

  • Problemlösungskompetenz und Moderationsfähigkeit

  • Kooperations- und Konfliktmanagement

 

Unternehmenserfolge durch Weiterbildung

Um auf dem aktuell umkämpfen Arbeitsmarkt konkurrieren zu können, bieten Unternehmen immer häufiger Weiterbildungsprogramme an. Die Bewerber legen gemäß aktuellen Umfragen sehr viel Wert auf Weiterbildungsangebote. Für die Firmen bedeutet das: Erfolg in der Zukunft heißt gleichzeitig Angebote für Weiterbildung schaffen, um gute Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Darüber hinaus trägt Weiterbildung auch zur Mitarbeiterbindung und somit zur Know-how-Sicherung bei.

Stetige Weiterbildung der Mitarbeiter, nicht immer nur im Fachumfeld, hat einen positiven Einfluss auf den Umgang mit neuen Technologien und Anforderungen, die auch von außen an ein Unternehmen herangetragen werden. Die Mitarbeiten setzen sich aktiver mit neuen Herausforderungen auseinander und sind somit wandlungs- und anpassungsfähiger. Gleichzeitig fördern Weiterbildungsmaßnahmen die Innovationen im Unternehmen.

So tauschen sich die Teilnehmer eines offenen Seminars über ihre alltäglichen Probleme aus. Daraus entstehen, auch durch den Input der Sichtweisen und Lösungen in anderen Branchen, oftmals neue und verbesserte Ansätze im eigenen Umfeld.

In Summe kann man sagen, dass Weiterbildung einen positiven Effekt auf die Produktivität hat. 83,4 % der Unternehmen sind gemäß einer Umfrage der WirtschaftsWoche dieser Meinung. 84.4 % sind darüber hinaus der festen Überzeugung, dass Weiterbildung positiv zum betrieblicher Wertschöpfung und damit zum Unternehmenserfolg beiträgt.

 

Bedeutung der Weiterbildung für den Unternehmenserfolg in der Zukunft

„Die Lehre von gestern oder heute ist kein Garant mehr für die Bewältigung der zukünftigen Anforderungen“ Wir leben in einer Zeit des ständigen Wandels und der ständigen Anpassung und Erneuerungen bestehender Systeme und Standards. Speziell im industriellen Umfeld sehen wir uns seit mehreren Jahren immer schnelleren Entwicklungen gegenüber – das deutliche Verlangen nach einer verkürzten time-to-market. Zunehmende Komplexität und Variantenvielfalt der Produkte und Dienstleistungen, eine stets zunehmende Digitalisierung und Vernetzung und das alles in Zeiten, in denen Fachkräfte händeringend gesucht werden.

Wie wollen wir das alles schaffen und wie können wir die Innovationsgeschwindigkeit in Zukunft erfolgreich für uns nutzen? Wie wird digitale Technik unsere Arbeit verändern? Wird sie anspruchsvoller, leichter oder monotoner? Wird für Menschen überhaupt noch Arbeit da sein, wenn Roboter, künstliche Intelligenz und smarte Maschinen alles übernehmen?

Diese Fragen haben Sie sich bestimmt auch schon mehrfach in Ihren Führungskräftemeetings gestellt. Die Antwort ist eindeutig: Durch aktive Weiterbildung Ihres Personals. Diese Investition wird mit über Ihren Erfolg in der Zukunft entscheiden.

 

Blick nach vorne in eine digitale Zukunft

Auch wenn die Analyse aktueller technischer Entwicklungen und Trends alleine nicht ausreicht, um daraus Aussagen über die Zukunft treffen zu können, lassen sich doch einige Trends erkennen:

  • Die Fähigkeit, mechanische, elektronische und informatische (Teil-)Systeme gemeinsam beherrschen und optimieren zu können, wird eine Herausforderung der Zukunft sein. Die Digitalisierung wird dabei das beherrschende Thema sein.

  • Die zukünftige Arbeitsorganisationen werden darüber entscheiden, welche Mitarbeiter diese Fähigkeiten haben müssen und wie viele Menschen über die nötigen Qualifikationen verfügen müssen

  • Der zukünftige Markterfolg von Unternehmen wird mehr denn je von den Qualifikationen ihrer Mitarbeiter abhängen

 

Sehen Sie die Entwicklung positiv und stehen Sie diesen auch offen gegenüber. Gemäß dem Zitat von Charles Darwin „Nichts ist beständiger als der Wandel“ sollten wir alle diese Worte aufgreifen und auch den Wandel rund um das Thema Bildung und Weiterbildung vollziehen.

Dieser Wandel ist unser Erfolg der Zukunft!