IPL-Magazin 48 | Juli 2019 | Autor: Bea Kreuzmayr

Wandel mit rasender Geschwindigkeit!

 

 

Bea Kreuzmayr

Die Wirtschaft befindet sich in einem Wandel mit rasender Geschwindigkeit. Die Digitale Revolution konfrontiert Unternehmen aller Branchen. Sie müssen ihre Strategien, Strukturen und Prozesse hinterfragen und anpassen, um auch zukünftig am Markt erfolgreich zu sein. Zahlreiche Studien bieten als Hilfestellung Einblicke in den Stellenwert und Status der digitalen Transformation. Sowohl Fortschritte als auch Hemmnisse werden beleuchtet, wodurch Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können. Um einen ersten Einblick zu schaffen, werden in diesem Artikel zwei Studien vorgestellt.

Die bayme vbm hat in der Studie „Die richtige Organisation zur digitalen Transformation“ die Erfahrungen ihrer Mitgliedsunternehmen beleuchtet. Dabei wurde ersichtlich, dass zwei Drittel der Organisationen erst mit der Digitalen Transformation beginnen. Zudem steht der digitale Reifegrad in einem direkten Zusammenhang mit strukturellen Anpassungen. Beispielsweise gewinnen in Unternehmen mit einer hohen Integration insbesondere mehrdimensionale Organisationsformen an Bedeutung.

Sowohl bei der digitalen Transformation, als auch bei der Weiterentwicklung der Strukturen handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess. Solche tiefgreifenden Veränderungen können nicht sprunghaft durchgeführt werden. Daher müssen die ersten Schritte für die Digitalisierung direkt im eigenen Unternehmen stattfinden. Die Verantwortung für digitale Transformation muss vom CEO/ Geschäftsführer übernommen und vorangetrieben werden. Auffällig in Unternehmen mit hohem Reifegrad ist die Bildung eigener Geschäftsbereiche/ Digitaleinheiten mit Fokus auf dieser Thematik. Denn eine hohe Integration der digitalen Transformation ermöglicht schnelle Reaktionen auf Veränderungen am Markt (insbesondere bei Kundenbedürfnissen sowie Nachfrageschwankungen). Im Allgemeinen stellt jedoch die Digitalisierung für kleinere Organisationen eine größere Herausforderung dar, da sie gemessen am Umsatz höhere Investitionen vornehmen müssen.

Abb.: Quelle Pixabay
Abb.: Quelle Pixabay

Die Firma etventure hat in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Führungskräfte in deutschen Großunternehmen über ihre Erfahrungswerte hinsichtlich der digitalen Transformation interviewt. Bei der Befragung lag der Fokus auf dem Stellenwert und dem Status der Digitalisierung in deutschen Unternehmen, auf tatsächlichen und geplanten Aktivitäten, Setup und Methoden sowie auf der digitalen Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft.

Die untersuchten Betriebe fühlen sich gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Die CEO´s erkennen die Notwendigkeit und setzten sich vermehrt für die Einrichtung von Digitaleinheiten ein. Eine immer größere Bedeutung gewinnt in diesem Zusammenhang die Kooperation mit Startups. Zudem wurde in dieser Studie ersichtlich, dass Unternehmenslenker den Stellenwert des Faktors Mensch vermehrt in den Fokus rücken. Denn die digitale Transformation kann in Betrieben nicht durch die Technologie alleine erfolgreich eingesetzt und vorangetrieben werden. Die Unternehmen investieren daher in Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter und passen ihre Unternehmenskultur an.

Das Verständnis über digitale Transformation variiert zwischen den Befragten. Knapp die Hälfte versteht darunter die Digitalisierung der bestehenden Geschäftsmodelle. Deutlich wird dadurch die Fokussierung auf das Basisgeschäft. Nur die Hälfte beschreiben die digitale Transformation als die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Jedes fünfte Unternehmen interpretiert diesen Begriff als die Vereinheitlichung und Optimierung der IT Struktur oder die Weiterbildung der Mitarbeiter. Gleichzeitig sind sich die Unternehmen hinsichtlich der steigenden Priorität einig. Für den Großteil ist die Verteidigung bestehender Strukturen ein starkes Hindernis. Danach folgen fehlende Erfahrungen bei nutzerspezifischen Vorgehen, einschränkende Sicherheitsanforderungen sowie Zeitmagel.

Um hier entgegenzuwirken, stehen die Weiterbildung der Mitarbeiter und die Beschäftigung von Digitalen Experten an erster Stelle. Die Bedeutung der digitalen Transformation nimmt in den Unternehmen stetig zu. Dennoch werden Fortschritte im Gegensatz zur rasanten Geschwindigkeit des digitalen Wandels in vielen Unternehmen nur sehr langsam erzielt. Reine technische Erneuerungen sind für eine erfolgreiche Implementierung nicht ausreichend. Unternehmen müssen ihre Strategien, Geschäftsmodelle, Strukturen sowie Produkte/Dienstleistungen anpassen. Oftmals ist das alleine nicht mehr möglich. Hier helfen Analysen von externen Experten, die die Prozesse unter die Lupe ehmen und eine Einschätzung der Digitalisieungsmöglichkeiten durchführen.