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Schichtarbeit – Kosten und Gesetze

IPL-Magazin 39 | April 2017 | Autor: Dr. Matthias Pfeffer

Was kostet die Schichtarbeit?

Durch Schichtarbeit können teure Anlagen bis zu 24 Stunden am Tag arbeiten, was die Lieferfähigkeit erhöht, während die Fixkosten pro Bauteil erheblich sinken. Doch das Arbeiten in Schichten bedeutet auch höhere Personalkosten.

 

Dr. Matthias Pfeffer

Zulagen

Zulagen sind Leistungen, die zusätzlich zum vereinbarten Grundlohn oder Grundgehalt gezahlt werden. In einem Wechselschichtbetrieb bekommen die Mitarbeiter eine Schichtzulage, deren Höhe vom Tarifvertrag oder der Unternehmensvereinbarung abhängig ist. 

Häufig liegt die Zulage bei ungefähr 100 € pro Monat und sie muss, wie der Lohn bzw. das Gehalt, versteuert werden und ist sozialversicherungspflichtig.

 

 

Zuschläge

Zuschläge sind zusätzliche Zahlungen, die unter anderem für Nacht-, Sonntags- oder Feiertagsarbeit fällig sind. 

Während die Mitarbeiter einen gesetzlichen Anspruch auf Nachtzuschlag haben, wird der Anspruch auf einen Zuschlag für Sonntags- oder Feiertagsarbeit nur durch einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung, eine betriebliche Übung oder einen entsprechenden Arbeitsvertrag gewährt.

 

In der Regel liegt der Zuschlag: 


- für Nachtarbeit bei 25-30 %,

- für Sonntagsarbeit bei ca. 50 %

- und für Feiertagsarbeit bei ca. 150 %. 

 

Im Gegensatz zu Zulagen sind Zuschläge bis zu folgender Höhe steuerfrei:

 

Krankenkosten

Im Fall von Krankheit hat der Mitarbeiter für bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. 

Der weiterzuzahlende Betrag entspricht dem Bruttogehalt inklusive der Sachbezüge. 

Dabei sind Überstundenzuschläge und Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kein Bestandteil der Entgeltfortzahlung. 

Im Gegensatz zu Überstundenzuschlägen hat der Mitarbeiter einen Anspruch auf Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge, die angefallen wären, wenn er arbeitsfähig gewesen wäre. 

Allerdings sind diese Zuschläge im Rahmen einer Entgeltfortzahlung in voller Höhe steuer- und sozialbeitragspflichtig. Gehen Sie davon aus, dass nach der Schichtarbeit die Krankenquote um bis zu 2% kurz- bis mittelfristig steigen kann.

 

Extraurlaub

Der Urlaubsanspruch eines Mitarbeiters (z.B. 30 Tage pro Jahr) bezieht sich auf eine 5 Tage Arbeitswoche. 

In der Schichtarbeit gilt eine Nachtschicht als zwei Arbeitstage, da die Arbeit an zwei Kalendertagen stattfindet. Dies kann zu einer Erhöhung von bis zu 10 % des Urlaubsanspruches führen. 

Zusätzlich werden in der Regel in Tarifverträgen Zusatzurlaubstage vorgesehen, die für normale Schichtarbeit bei einem Tag pro vier Kalendermonaten und für Wechselschichtarbeit bei einem Tag pro zwei Kalendermonaten liegt. 

Insgesamt haben die Mitarbeiter in Schichtarbeit bis zu 9 zusätzliche
Urlaubstage, was einer Erhöhung von ca. 4 % der Personalkosten entspricht. 

Außerdem haben die Mitarbeiter im Urlaub weiterhin einen Anspruch auf Zulagen und Zuschläge.

 

Welche Gesetze gelten?

Beim Thema Schichtarbeit ist es unerlässlich, dass das Schichtmodell und die Personaleinteilung den Gesetzen und Richtlinien entsprechen. 

Unter anderem folgende Gesetze und Richtlinien müssen bei der Planung beachtet werden: