IPL-Magazin 44 | Juli 2018
 

IPL-Magazin 44 | Juli 2018 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

 

Auch die administrativen Prozesse können schlank werden.

 

 
Prof. Dr. Klaus-Jürgen MeierKennen Sie diese Situation? Der Kunde bestellt und möchte in 4 Wochen seinen Auftrag ausgeliefert bekommen. Die exakte Auftragsklärung im Vertrieb dauert eine Woche. Eine weitere Woche benötigen die Disposition, die Produktionsplanung und die Produktionssteuerung, um aus dem Kundenauftrag den passenden Fertigungsauftrag mit allen Arbeitsunterlagen zu generieren. Der Einkauf holt Angebote bei den erforderlichen Rohmaterial-Lieferanten und kann erste Liefertermine mit einer Wiederbeschaffungszeit von sogar nur einer (weiteren) Woche vermelden! Für die Distribution sind abschließend noch zwei Tage einzurechnen.

Fazit: Es bleiben ganze drei Arbeitstage für die Produktion zur Realisierung des Auftrags.


Spätestens seit dem Hype von Lean Production in den 90er Jahren versuchen Generationen von Spezialisten, die Produktionsabläufe zu beschleunigen und Verschwendung zu beseitigen. Werden die Kundenwunschtermine dennoch nicht eingehalten, so ist man eben noch nicht am Ziel angelangt. Und dies, obwohl heute die Potenziale vielfach nicht in der Produktion liegen, sondern in den Prozessen, welche der Produktion vorausgehen. Die Ursache für das falsche Bewusstsein liegen auf der Hand. Produktionsprozesse lassen sich einfach in wertschöpfende und nicht wertschöpfende Anteile aufteilen und messen. Arbeitspläne liefern die Grundlage. In den administrativen Prozessen existiert diese Transparenz nicht. Wie lange also, benötigt ein Sachbearbeiter wirklich für die Bearbeitung und welcher Anteil der Durchlaufzeit ist Verschwendung? Die Methoden von LeanAdmin gehen exakt dieser Frage nach und optimieren damit die Prozesse, bevor es für die Produktion zu spät ist. Die Verantwortung für die Umsetzung derartiger Projekte liegt im Management – oder sollte man sagen: in der Administration. Haben Sie also den Mut, ein Projekt zu starten, welches die Effizienz Ihres eigenen Handelns überprüft und Verschwendung offenlegt? Sind Sie bereit, sich selbst den Spiegel vorzuhalten? Diese Ausgabe des IPL-Magazin möchte dazu beitragen, der Administration (etwas) die Angst vor dem Blick in den Spiegel zu nehmen. Es lohnt sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen.


Ihr Klaus-Jürgen Meier


P.S.: Der Augenblick für einen Projektstart ist niemals optimal, aber manchmal zu spät!