IPL-Magazin 46 | Januar 2019 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

Das Projekt ‚Weiterbildung der Zukunft‘


Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier
Sie benötigen eine Auskunft? Kein Problem. Nahezu jede Recherche beginnt heute im Internet-Browser und kann damit sofort und jederzeit ausgeführt werden.
 
Der Informationsvorrat des Internets erscheint als unbegrenzt. Anbieter wie Wikipedia oder YouTube liefern Informationen auch zu betrieblichen Fragestellungen scheinbar frei Haus. Die Konsequenz ist, das Lernverhalten Berufstätiger hat sich in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Waren es früher die Ausbildung – unabhängig davon, ob Lehre oder Studium, die lebenslanges Wissen mit der nötigen Tiefe vermittelt haben, so nimmt im Laufe des Berufslebens, aufgrund der abnehmenden Halbwertszeit von Wissen, das Internet mehr und mehr diesen Platz ein. Insbesondere für die junge Generationen stellt das Internet inzwischen die zentrale Informationsdrehscheibe dar.
 
Diese Entwicklung sehen Unternehmen - teilweise unbewusst - nicht ungern. Muss man für Lehrgänge, Seminare oder auch Kongresse den Mitarbeiter für Stunden, Tage oder gar Wochen von der Arbeit freistellen, so verläuft die Informationsbeschaffung im Internet nahezu unbemerkt und unkritisch innerhalb der regulären Anwesenheit am Arbeitsplatz. Es entstehen keine Fehlzeiten. Zudem können Reisekosten eingespart werden und der Genehmigungsprozess im Unternehmen ist nicht zu durchlaufen. Das ist bequem und das Abteilungsbudget wird nicht belastet.
 
Ob die Informationen aus den gängigen Internetplattformen aber objektiv richtig sind oder sogar einseitig manipuliert, kann der Nutzer oftmals kaum erkennen. Zudem werden wichtige Details häufig nicht vermittelt. Dies ist auch nachvollziehbar. Denn der Internetbesucher sucht schnelle und einfache Antworten auf seine Fragen und möchte sich nicht länger mit der Informationsbeschaffung aufhalten oder sich tiefer mit einem Thema beschäftigen müssen. Und damit birgt die Informationsbeschaffung im Internet auch Gefahren, da Halbwissen unter Umständen zu falschen Entscheidungen oder Fehlverhalten führen kann. Der Schaden ist dann um ein Vielfaches größer als das eingesparte Weiterbildungsbudget.
 
Als eine Alternative zur zufälligen Nutzung von Internetangeboten kann der zielgerichtete Wissenstransfer durch E-Learning bzw. Blended-Learning angesehen werden. Letzteres stellt die Anreicherung von Präsenzkursen mit E-Learning-Einheiten dar. Lernen am Arbeitsplatz, auf anderen Kontinenten oder auch zuhause wird damit möglich, aber ohne die Gefahr, wichtige Informationen zu verpassen. Damit können flexibel alle Mitarbeiter mit demselben Wissen ausgestattet werden, ohne das aktuelle Tagesgeschäft zu gefährden oder das Reisekostenbudget zu strapazieren.
 
Das IPL hat das Projekt E-Learning zusammen mit Unternehmen gestartet. Zielgerichtet auf unternehmensspezifische Bedürfnisse werden Lerneinheiten im Umfang von 20 bis 40 Minuten zusammengestellt. Eingebaute Selbsttests erlauben den Teilnehmern die ehrliche Überprüfung, ob die vermittelten Inhalte verstanden sind. Wenn nein, lassen sich die betreffenden Passagen einfach wiederholen und so ein maximaler Lernerfolg gewährleisten. Nicht virtuelle, sondern ‚echte‘ Ansprechpartner stehen zur Verfügung, um bei Bedarf weitere Unterstützung zu geben.
 
Wie ein solcher Prozess zum Aufbau der Einheiten aussieht, zeigt der nachstehende Prozess:
 
 
Das E-Learning  durch IPL ist exakt auf individuelle  Anforderungen  zugeschnitten.
Das E-Learning durch IPL ist exakt auf individuelle Anforderungen zugeschnitten.
 
 
Im Gespräch mit den Verantwortlichen und Mitarbeitern eines Unternehmens werden die Zielgruppe und das Lernziel vereinbart.
 
So lassen sich früh die wesentlichen Informationen und das didaktische Konzept vereinbaren. Fallbeispiele aus dem Unternehmen und die gewohnten Begrifflichkeiten versetzen später das E-Learning virtuell in das gewohnte Arbeitsumfeld der Teilnehmer. Die Inhalte entstehen am Rechner und können vor ‚Produktion‘ der E-Learning-Einheit durchgesprochen und gegebenenfalls korrigiert werden. Es entsteht Wissen, welches im Umfang und Detailtiefe auf die Anforderungen exakt ausgerichtet ist. Der unternehmensweite Zugriff auf ein Learning-Management-System (LMS) gestattet den Teilnehmern den komfortablen Kursbesuch zu jeder Zeit und an jedem Ort der Erde.
 
Verbleibende Fragen und Unterstützung bei der Anwendung und Umsetzung lassen sich einfach im Nachgang klären. Damit gelingt es, durch Nutzung moderner Technologie virtuelles Wissen schnell in die Realität zu überführen. Vorbehalte gegenüber dem für manche ältere Mitarbeiter ungewohnten Medium werden erfolgreich abgebaut.

Fazit: Mit E-Learning wird die Wissensvermittlung unabhängig von Inhalte, Ort und Termin. Auf den direkten Kontakt zu Trainern muss dennoch nicht verzichtet werden.