Kassow Robots

IPL-Magazin 48 | Juli 2019 | Autor: Reglindis Pfeiffer über Kassow Robots

Leichtbauroboter als Chance für kleinere und mittelgroße Unternehmen

 

Unternehmen holen verstärkt Produktion wieder nach Westeuropa zurück – eine Entwicklung, die noch vor zehn Jahren undenkbar war, ist heute immer wieder zu beobachten. Damals geisterte das Verlagerungsgespenst durch die Industrie. Selbst exzellent aufgestellte kleine und mittlere Industriebetriebe hatten wenig Chancen, ihre Produktionskosten in Westeuropa wettbewerbsfähig zu halten. Die Folge: Verlagerung nach Asien oder gar die komplette Aufgabe jener Produktionsbereiche und „buy“ statt „make“. Für Konzerne und große Player spiel(t)en als „Gegenmittel“ zur Abwanderung schon lange hochkomplexe Robotik-Lösungen als Teil der Produktion eine Schlüsselrolle.

Fast jahrzehntelange vermeldeten Hersteller von Industrierobotern Umsatzrekorde. Eine Sättigung schien nicht in Sicht – im Gegenteil. Kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) jedoch taten sich aber bis vor einigen Jahren noch schwer mit Robotern. Denn für den multiplen Einsatz fehlte einfach die Flexibilität – und zwar im doppelten Sinne: Es gibt Inhouse keine Robotik-Ingenieure, die sich um die hochkomplexe Programmierung und kleinste „Batches“ bis hin zur „Losgröße 1“ kümmern könnten; und auch das Gewicht der Roboter lädt nicht dazu ein, ihn ständig an andere Orte der Produktion für wieder neue Anwendungen umzustellen.

Last but not least bedeuten klassische Roboter für kleinere, nicht so finanzkräftige Marktteilnehmer oft eine extrem hohe Investition. Denn zu den Roboter-Kosten selbst kamen enorme Mittel für das Erfüllen der hohen Sicherheitsanforderungen hinzu – und auch der große Platzbedarf eines „klassischen“ Roboters ist ein weiterer nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Abb.1 v.l.n.r. Dieter Pletscher, Sales Manager; Kristian Kassow, CEO von Kassow Robots.
Abb.1 v.l.n.r. Dieter Pletscher, Sales Manager; Kristian Kassow, CEO von Kassow Robots.

 

Cobots – finanziell machbar und leicht einsetzbar auch für KMU

In den vergangenen Jahren etablierten sich ganz neue Marktteilnehmer, die KMU auch bei der Produktion in Westeuropa wieder ganz neue Chancen eröffnen: „Cobots“ – das Wort entstand aus den Wörtern „Collaboration“ und „Robot“ – sind Leichtbaurobotern für die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit.

„Vor allem kleinere Firmen stehen dem Thema Robotik heute viel offener gegenüber“, zeigt sich Thomas Visti, Chef der dänischen Mobile Industrial Robots (MiR), im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung Handelsblatt überzeugt. Und in der Tat sind Cobots gleich aus mehreren Gründen für KMU eine finanziell überschaubare, aber gleichsam sehr lohnende Investition.


Sieben Aspekte seien hier herausgegriffen:

  1. Cobots sind Leichtgewichtroboter, die problemlos in der Produktion von einem Ort zu einem anderen umgestellt werden und so für viele Zwecke zum Einsatz kommen können.

  2. Cobots brauchen nicht selten keine oder nur eine minimale Schutzumhausung und sind somit für die direkte Mensch-Maschine-Zusammenarbeit geeignet.

  3. Die Bedienfreundlichkeit von Cobots ist meist einfacher als bei „klassischen“ Robotern; so basiert beispielsweise die Bedieneinheit der Cobots von Kassow Robots auf einem Standard-Tablet – also einer Technologie, mit der heute alle arbeiten können.

  4. Diese Woche Pick-and-place, nächste Woche Qualitätskontrolle, übernächste Woche wieder etwas anderes: Unternehmen bleiben flexibel, denn Cobots können bei Bedarf einfach für verschiedene Aufgaben umprogrammiert werden

  5. Kleine Losgrößen gefällig? Cobots sind wie gemacht auch für kleine so genannte „Batches“ – selbst „Losgröße 1“; ein Aspekt, der in Zeiten zunehmender Produktindividualisierung eine große Rolle spielt.

  6. Die Mitarbeiter können extrem eintönige und ungesunde Aufgaben abgeben und in Zusammenarbeit mit dem Cobot sinnvoller einsetzen. So können Unternehmen ihre Mitarbeiter de facto viel länger an Bord halten – beim aktuellen Fachkräftemangel ein wichtiges Argument

  7. All diese soeben vorgestellten sieben Vorteile führen dazu, dass der Return-on-Investment (ROI) oftmals unter einem Jahr liegt.

 

Abb.1: Leichtgewicht- Cobot mit 7 Achsen von Kassow Robots
Abb.2: Leichtgewicht- Cobot mit 7 Achsen von Kassow Robots

Kassow Robots erweitert Einsatzgebiet durch 7. Achse

Der Absatz an Cobots weist weltweit enorme Wachstumsraten auf. Kontinuierlich drängen neue Player in den Markt. 2018 feierte im Rahmen der Automatica beispielsweise der dänische Cobot-Herstellers Kassow Robots seinen Markteintritt, das Unternehmen ist in Kastrup / Kopenhagen beheimatet ist.

Die Innovation des Teams um Kristian Kassow: alle Cobots haben eine 7. Achse – bei gleichzeitig hoher Traglast und hoher Geschwindigkeit. Diese 7. Achse kann – ganz wie ein menschlicher Arm – ums Eck greifen (vgl. Videoclip: https://www.kassowrobots.com/de/produkte/ ). „Mehr Anwendungsmöglichkeiten bedeuten wiederum mehr Optionen für die Auslastung und somit unterm Strich ein schnellerer ROI“, berichtet stolz Dieter Pletscher, Vertriebschef des Unternehmens. Inzwischen sei mit der Produktion der beiden Cobots KR 810 (Reichweite 850 mm, Traglast 10 kg) und KR 1205 (Reichweite: 1200 mm / Traglast: 5 kg) in Kastrup bei Kopenhagen gestartet.

Gegen Ende des Jahres folgt der Produktionsstart des KR 1805 (Reichweite 1800 mm, Traglast 5 kg). Und erst im Juni kündigte das Unternehmen an, Anfang 2020 den Markteintritt in Nordamerika zu wagen – mit Gibson Engineering ist sogar schon ein erster Partner gefunden, der den Kassow Robots auf der Automatisierungsmesse ATX East im Juni in New York, NY eine Platform bot.

 



Über Kassow Robots


Mit dem Claim „Strong, Fast, Simple“ hat sich Kassow Robots (Sitz: Kastrup /Kopenhagen) zum Ziel gesetzt, einzigartig effiziente industrielle Leichtgewicht-Cobots mit 7 Achsen zu entwickeln. Diese sind trotz großer Reichweite nicht nur extrem stark und schnell und können aufgrund ihrer Kompaktheit auf engstem Raum zum Einsatz kommen. Sie ermöglichen Mittelständlern sowie großen Industrieunternehmen, komplexe Automatisierung und Programmierung flexibel, eigenständig und kosteneffizient umzusetzen. Das Startup mit einem erfahrenen Gründerteam startete seinen Markteintritt im Juni 2018 auf der Automatica-Messe in München. Mit Kristian Kassow als CEO und Dieter Pletscher als Vertriebschef treiben zwei ausgewiesene Robotik-Kenner den Unternehmensaufbau voran.

www.kassowrobots.com