Dr. Matthias Pfeffer

IPL-Magazin 47 | April 2019 | Autor: Dr. Matthias Pfeffer

 

Kommen wir mit „normaler“ Intelligenz nicht mehr schnell genug weiter? Anscheinend nicht! Alles wird „künstlich“. Wie bei den Kleidern, dem Geschmack oder den Reisen. Also warum auch nicht die Intelligenz?

Eigentlich sind es ja „nur“ selbstlernende Systeme – quasi wie der Mensch selbst. Wir erschaffen also Maschinen, die uns das Denken abnehmen, weil wir mit der Datenflut, die wir selbst generieren, nicht mehr klarkommen. Künstlich ist dabei eigentlich nur der schlaue Algorithmus, den dann wohl weniger schlaue Menschen programmieren.

Im Klartext: Die Maschinerie wird intelligenter als wir, da sie in Zukunft noch besser lernfähig ist als der Mensch selbst – und sie vergisst nichts – wie praktisch. Wird dann Georg Orwell’s Roman 1984 vielleicht endlich in 2084 Realität oder sogar noch früher? Überwachen uns dann die Maschinen und nicht mehr umgekehrt? Es klingt in jedem Fall sehr spannend, aber auch beängstigend, wenn man die Entwicklungen der Industrialisierung und Computerisierung der letzten 100, 50 oder gar 20 Jahre anschaut.

Was ist denn die „normale“ Intelligenz noch wert? Braucht es dann noch Schulen und Universitäten oder können wir in ein paar Jahren uns auch ein Chip einbauen lassen, der schon jede Menge gespeichert hat, permanent dazu lernt und nichts mehr vergisst? Heute haben wir den „Chip“ noch in der Hosentasche – Smartphone nennt er sich: kann alles, ist lernfähig, vergisst nichts und wir können uns sogar damit unterhalten – tolles Gerät, oder?

Aber mal zurück zur realen Welt in 2019: Hinter den selbstlernenden Systemen und Maschinen verbergen sich intelligente Programme, die Kombinationen erkennen und berechnen können, die wir mit dem bloßen Menschenverstand nicht mehr erfassen. Das wird in vielen Arbeits- und Lebenslagen unser Dasein auch vereinfachen. Im technischen Bereich werden wir frühzeitig vor Ausfällen gewarnt, im personellen Bereich könnten solche Systeme auch vor Überlastung und Burnout warnen, wenn das System seinen Nutzer kennt und von ihm gelernt hat.