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IPL-Magazin 31 | April 2015 | Autor: Manuel Fuchs

 

Wo Sie von den Besten lernen können
 

Manuel Fuchs „Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich heb dir die Erde aus den Angeln.“ (Archimedes von Syrakus)
Eben dieser Satz könnte auch von einem Top-Manager stammen, der sein Unternehmen verändern will. Der archimedische Punkt ist ein angenommener „absoluter Punkt“ außerhalb eines Systems, der unveränderbar und fest verankert als Hebelpunkt dienen kann. Die gleiche Funktion haben Benchmarking-Kennzahlen bei der Akzeptanz und Durchsetzung betrieblicher Veränderungen. Globalisierung, Technologiewandel, erhöhte Anforderungen des Zeitwettbewerbs führen zu rasanten und signifikanten Veränderungen im Wettbewerbsumfeld. Um in dieser dynamischen Netzwerkumgebung langfristig überleben zu können, gilt es die Wettbewerbsfähigkeit, durch eine stetige Verbesserung von Produkten, Prozessen und Kostenstrukturen, nachzuziehen.

Der Schwerpunkt des Benchmarking liegt nicht darin, die Unterschiede zu anderen Unternehmen hervorzuheben, vielmehr gilt es, diejenigen „Best-Practises“ gezielt zu identifizieren, die zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen im eigenen Unternehmen führen können. Ein wesentlicher Vorteil des Benchmarkings ist der Beweis der Durchführbarkeit neuer Ideen durch ihre tägliche Anwendung und die damit verbundene Motivation der eigenen Mitarbeiter. Erst dieser Blick über den eigenen Tellerrand legt ungeahntes Verbesserungspotential offen. Umfragen zeigen, dass Benchmarking das Tool

Nr. 1 zur Steuerung in Unternehmen ist. Auf dem zweiten und dritten Platz werden erst die Methoden der strategischen Planung, gefolgt von Customer Relationship Management, Outsourcing und der Balanced Scorecard angewandt. Robert C. Camp, der Begründer der Benchmarking-Methodik, beschreibt Benchmarking in folgender Definition: „Benchmarking ist die Suche nach Lösungen, die auf den besten Methoden und Verfahren der Industrie, den „Best Practices“ basieren und ein Unternehmen zu Spitzenleistungen führen.“ 1 Dabei lassen sich 4 Leitgedanken im Bechmarking beschreiben, die den Prozess von einem reinen Unternehmensvergleich abheben und zu nachhaltigem Wettbewerbserfolg führen. (Abbildung 1).

Abbildung 1: Vier Leitgedanken im Benchmarking

Das Verständnis dieser Leitgedanken ist die Basis für jedes erfolgreiche Benchmarking-Projekt, welches sich bestenfalls in vier Stufen vollzieht. Ein solcher Phasenplan ist für die Durchführung eines Benchmarking-Projektes sehr wichtig (Abbildung 2). Die Dauer der einzelnen Phasen, der Ressourcenbedarf und die Detailplanung variieren von Projekt zu Projekt. Insgesamt aber zeigt die Erfahrung, dass für den Durchlauf eines kompletten Benchmarking-Zyklusses mit etwa 5 bis 12 Monaten zu rechnen ist.

Abbildung 2: Vier Phasen eines erfolgreichen Benchmarking- Projekts


Aussagen über die Leistungslücken und Vergleichbarkeit von Unternehmen können im Kennzahlen-Benchmarking gewonnen werden. Die Kennzahlen sollen dabei Entscheidungshilfen liefern, in welchen Bereichen man von relevanten Teilnehmern lernen kann, Leistungslücken klar sichtbar aufzeigen und für eine nachhaltige Kontrolle dienen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen verfügen jedoch oftmals nicht über die Ressourcen, diesen aufwendigen Auswahlprozess- und Analyseprozess der richtigen Vergleichsunternehmen und Kennzahlen selbst durchzuführen. Häufig wird diese wertvolle Managementmethode daher an externe Firmen ausgelagert. Nachfolgende Tabelle soll einen ersten Einblick über am Markt zugängliche Benchmarking-Datenbanken und deren Leistungen bieten.

Die angeführten Benchmarkdatenbanken bieten damit einen bequemen Zugang zu vielfätigen Informationen. Für die Aktualität und Richtigkeit, insbesondere der in den Datenbanken vermittelten unternehmensspezifischen Angaben, wird jedoch keine Gewähr übernommen. Sie ist in vielen Fällen als kritisch einzustufen. Die aktive Erhebung der gewünschten Vergleichswerte in Zusammenarbeit mit Benchmark-Partnerunternehmen liefert deswegen mit Sicherheit eine qualitativ bessere Datengrundlage - auch wenn sie mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden ist.


Tabelle 1 – Auszug zu Anbietern von Benchmark-Datenbanken


DOWNLOAD-TIPP:

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