IPL-Magazin 19 | April 2012 | Autor: Markus Ehmann (IPL)

Der Selbstcheck zur Prozessorientierung 

 
Dipl. Wirtschaftsing. Markus Ehmann

Die Vorteile der Prozessorientierung für Unternehmen sind unbestritten. Dennoch wird der motivierte Ansatz bei der Umstrukturierung hin zu einer aktiven Leistungs- und Erfolgsorientierung durch viele Hürden erschwert. 
 

Wie äußert sich die Prozessorientierung bei Ihnen im Unternehmen? Wie leben Sie den Fokus auf Ihren Produktdurchlauf?


Die folgenden Fragen sollen Ihnen dabei einen Anreiz liefern, Ansätze und Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen zu finden. Richtige oder gar falsche Antworten gibt es demnach nicht, lediglich die eine oder andere neue Sichtweise auf Ihren Kernprozess.

 

1. Tiefgestaffelte oder flache Hierarchie

Müssen Entscheidungen über mehrere Ebenen getroffen werden oder geschieht dies mit den beteiligten Schnittstellen?

 

Orientieren sich Problemeskalationen an Produktdurchlauf und Lieferzeit oder mehr an Überschreitungen von Abteilungskompetenzen?

 

Haben Sie eine bivalente Hierarchieüberlagerung zwischen funktionaler und prozessualer Zuordnung, wie beispielsweise in einer Matrixorganisation?

 

2. Ganzheitliches oder Kästchendenken

Bestehen Ihre Projektteams aus Mitgliedern entlang der Wertschöpfungskette oder sind diese meist auf funktionelle Teilabschnitte beschränkt?

 

Orientieren sich die Ziele von Projekten eher an Kompetenzaufbau und –verlagerung oder Produkteigenschaften und –kennzahlen?

 

Führen festgestellte Schwachstellen in der Supply Chain auch zu Erkenntnissen und Verbesserungen an anderen Stellen in der Wertschöpfungskette?

 

3. Großer Verantwortungsbereich oder hohe Arbeitsteilung

Haben Sie die Kompetenz, Ursachen für Problemfelder in verschiedenen Abschnitten des Material- oder Informationsflusses zu thematisieren oder ist Ihr Fokus enger zugeschnitten?

 

Ist der Kern Ihrer Aufgabenstellung eher produktbegleitend (z.B. von der Entwicklung bis zur Umsetzung, oder vom Rohstoff bis zur Kundenlieferung)? Oder betreuen Sie als Spezialist Ihrer Tätigkeit mehrere Produkte?

 

Haben Sie Kollegen mit ähnlichen Problemstellungen zum Austausch oder werden Probleme und deren Ursachen von Schnittstelle zu Schnittstelle übergeben?

 

4. Selbstmanagement oder intensive Fremdkontrolle

Können Sie Gegenmaßnahmen zu auftretenden Problemen und Verbesserungspotiential schnell und flexibel einleiten oder müssen Sie diese rechtfertigen?

 

Sind Sie motiviert, selbständig nach Verbesserungspotential zu suchen und entsprechende Projekte zu starten oder warten Sie auf Initialisierung von außen?

 

5. Kommunizierte Strategie oder funktionale Ziele?

Sind Ihre Ziele entsprechend einer Unternehmensstrategie heruntergebrochen oder liegt der Fokus auf effektiverer Wirkung und Kosteneffizienz der Abteilung?

 

Werden bei der Zielfindung alle Aspekte einer abgerundeten Strategie mit einbezogen? Dies sind zum Beispiel Finanzen, Prozesse, Kunden und Mitarbeiter.

Kennen Sie die Kernkompetenzen und Kernprozesse Ihres Unternehmens?