IPL-Magazin 39 | April 2017

IPL-Magazin 39 | April 2017 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

Schichtarbeit ist nichts Neues.

Gerade am Hochlohnstandort Deutschland gilt es schon lange, die bestehenden Kapazitäten möglichst rund um die Uhr auszulasten.

 


Prof. Dr. Klaus-Jürgen MeierDas Ziel ist klar: Kostensenkung - nur auf diese Weise rechnen sich hohe Investitionen in Maschinen und Anlagen.

Doch immer stärker rückt ein anderes Unternehmensziel in den Vordergrund: Flexibilität.

Zunehmende Kundenspezifikationen und Stückzahlschwankungen machen es für Unternehmen schwierig, die richtigen Anlagen auszuwählen. Sowohl der passende Automatisierungsgrad als auch die gewünschte Ausbringungsmenge können für die übliche Maschinennutzungsdauer von acht bis zwölf Jahren nur schwerlich im Voraus bestimmt werden. Die Auslegung der Produktionskapazität auf eine mögliche Nachfragespitze ist nicht wirtschaftlich und damit nicht sinnvoll. Der Mensch rückt also wieder stärker in den Fokus, um auf diese Weise das Kapazitätsangebot dynamisch an die Nachfrage anzupassen. Flexibilität wird es nicht ohne dem Menschen geben – auch nicht in Zeiten von Industrie 4.0.

Wie wird die Situation von den betroffenen Mitarbeitern aufgenommen. Nicht selten ist Schichtarbeit sogar willkommen. Aufgrund von tariflich geregelten Entgeltzuschlägen weist Schichtarbeit eine hohe Attraktivität auf. So bestehen einige Mitarbeiter auf Nachtschichten oder Sonn- und Feiertagsarbeit. Das monatliche Einkommen steigt. 

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Der Biorhythmus droht aus dem Tritt zu geraten. Sinkende Konzentration und steigende Unfallzahlen unter den in Schicht arbeitenden Mitarbeitern sind die Folge. Auch die Einbindung in das soziale Lebensumfeld kann gefährdet sein. Experten empfehlen deswegen die ‚Vorwärts-Rotation‘ in festen Zyklen. Den Eingang in die Schichtplanung finden diese Methoden allerdings nicht flächendeckend.

Das vorliegende IPL-Magazin greift das operative Thema ‚Schichtarbeit‘ nun auf und betrachtet es aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Schnell werden die Vor- und Nachteile klar. Methodische Ansätze und sogar die strategische Bedeutung werden diskutiert. Fazit: Selbst in Zeiten, welche durch Hochtechnologie und Digitalisierung dominiert werden, bleiben der Mensch und seine Bedürfnisse zentrale Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Unternehmen.