IPL-Magazin 36 | Juni 2016

IPL-Magazin 36 | Juni 2016 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

Das gilt auch für Ihre Bestände!

Liebe Leserinnen und Leser,

Nicht nur die Weltgeschichte zeigt immer wieder die Vergänglichkeit des menschlichen Handelns. Dasselbe gilt auch in einem anderen Maßstab – zum Beispiel für Ihre Bestände.

 

Vielen ist nur ungefähr bekannt, wie lange eine Bearbeitung auf der Engpassmaschine dauert oder wie viele aktive Sachnummern gerade in den Datenbanken verwaltet werden.

Doch muss man diese Daten genau kennen?

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

Was heute noch einen Kundenwert hat, könnte morgen bereits nur noch als Schrott gehandelt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass in vielen Unternehmen das Umlaufvermögen ca. 50% des Vermögens oder sogar noch mehr ausmacht, dann wird schnell klar, dass damit auch eine Unternehmensexistenz schnell der Vergangenheit angehören kann. Auch wenn der totale Wertverlust als eher unwahrscheinlich erscheint, so stellt sich die Frage, warum Unternehmen dieses Risiko überhaupt eingehen? Wird Kapital nicht sinnvoller für Investitionen eingesetzt?

Eine aktuelle IPL-Benchmarking-Studie zeigt, gute Unternehmen binden weniger als 10% des Vermögens im Bestand. Der Rest wird in den Unternehmenserfolg investiert. Bestände lassen sich zumeist also vermeiden. Als wesentlicher Grund für Bestand lassen sich vielfach Mythen und ein Sicherheitsdenken identifizieren.

Eine kleine Auswahl: Falsch ist, Bestand erhöht die Lieferfähigkeit. Richtig ist, trotz höchstem Bestand fehlen immer wieder einzelne Teile, um Aufträge komplettieren zu können. Falsch ist, Bestand verleiht Flexibilität. Richtig ist, Bestand braucht, wer nicht flexibel ist. Nur kurze Wiederbeschaffungszeiten machen flexibel.

Falsch ist, aufgrund niedriger Kapitalzinsen kostet der Bestand fast nichts. Richtig ist, neben Zinsen entstehen viele andere Kosten durch die Lagerhaltung, welche den Löwenanteil der Bestandskosten ausmachen.

Das Wissen um die richtige Bestandshöhe, die richtige Lieferantenanbindung und damit um die richtige Einkaufsmenge ist bares Geld wert. Doch Wissen im Kopf der Mitarbeiter alleine reicht nicht aus. Geeignete Geschäftsprozesse müssen die Bestandsführung unterstützen. In die Prozesse sind alle Unternehmenseinheiten von Vertrieb bis Einkauf zu integrieren und natürlich auch das Management.

Wir wollen Ihnen mit dieser Ausgabe des IPL-Magazin Gedankenanstöße geben, welche dazu führen, das alte Thema Bestände in einem neuen Licht zu sehen. Entdecken Sie die Bestandshöhe als Maßzahl für das Verbesserungspotenzial in Ihrem Unternehmen. Analysieren Sie mit uns Ihre Bestände und freuen Sie sich darüber, wie gut Sie noch werden können – wenn Sie nur wirklich wollen und aktiv werden! Sichern Sie lieber den Unternehmensbestand als die Materialbestände.