IPL-Magazin 03 | April 2008 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier (IPL)

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier (IPL) Einkauf und Beschaffung leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn es darum geht, in einem Unternehmen die benötigten, aber nicht selbst hergestellten Objekte zur Verfügung zu stellen. Eine Reduzierung der Beschaffungskosten um 1% hat dabei häufig denselben Effekt, als gelänge es, den Umsatz um 3% zu steigern. Natürlich ist dieses Verhältnis produktabhängig, doch zeigt es die Stoßrichtung der Einkaufsverantwortlichen vieler Unternehmen. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn sich viele Verantwortliche zu einem Bezug aus Fernost entschließen. Mit Preisvorteilen von bis zu 80% gegenüber den Einstandspreisen in Europa erhoffen sich Unternehmen einen deutlichen Renditesprung oder den Rückkehr in die Gewinnzone.
 

 
Doch nicht selten folgt dieser Entscheidung eine gewisse Ernüchterung. Selbst große Preisvorteile sind schnell aufgezehrt, wenn hohe Transportkosten, Zölle, Versicherungen,  Kommunikationsaufwand und Lagerbestände zur Kompensation langer Wieder-beschaffungszeiten zu bezahlen sind. Entscheidend sind eben nicht alleine die Einstandspreise, sondern die Prozesskosten in der Beschaffung. Nur sind diese schwer quantifizierbar und werden deswegen bei Einkaufsentscheidung falsch geschätzt bzw. bleiben unberücksichtigt. Aus diesem Grunde wollen wir mit dieser Ausgabe Methoden vorstellen, wie mit Hilfe verschiedener Werkzeuge das Risiko einer Fehlentscheidung minimiert werden kann. Die Beiträge sollen zeigen, wie beispielsweise die Berücksichtigung der unternehmerischen Kernkompetenzen, die Lage der Absatzmärkte oder die Charakteristik der Rohmaterialien zu einer Beschaffungsstrategie führen, welche die bedarfsgetriebene Einzelentscheidung ablöst.

Wie auch in den letzten Ausgaben, so würde uns auch dieses Mal ihre Meinung und ihre Erfahrung zu dem Thema interessieren. Schreiben Sie uns!