IPL-Magazin 31 | April 2015 | Autor: Andy Helming


Vertrauen ist gut, Controlling ist besser…
 


Andy HelmingLiebe Leserinnen und Leser,
Ausgehend vom späten 19. Jahrhundert finden sich die ersten Controlling-Ansätze in US-amerikanischen Unternehmen. Aus den Erfahrungen und Notwendigkeiten der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920-iger Jahre existierten in nahezu jedem börsennotierten US-Unternehmen hoch positionierte und angesehene Stellen für Controller. Diese sollten u.a. die Kommunikations- und Koordinationsprobleme der Unternehmen lösen.

Die Controller dieser Zeit waren bereits dem Rechnungswesen übergeordnet, um in die Lage versetzt zu werden, die notwendigen Daten für Planung und Kontrolle zu erhalten und zukunftsorientierte Aufgabenstellungen zu bearbeiten.
Gegen Ende der 1960er Jahre wurden die ersten Controlling-Stellen in deutschen Unternehmen geschaffen und unterschieden sich noch stark von der ursprünglichen, amerikanischen Aufgabenstellung.

Aktuell herrscht ein globales einheitliches Aufgabenverständnis vor; langfristige Existenzsicherung des Unternehmens mithilfe verschiedener Controllingverfahren und –instrumenten, die sich von der strategischen bis zur operativen Ebene durch alle Hierarchiestufen eines Unternehmens durchziehen. Um diese täglich gewaltige Datenflut aus den operativen Prozessen zu beherrschen und Sie zu einer steuerbaren Größe zu subsummieren, helfen den Unternehmensentscheidern Kennzahlen.
Aus der betrieblichen Datenerfassung lassen sich unüberschaubar viele Kennzahlen generieren. Entscheidend sind die Schlüsselkennzahlen (Key Performance Indicator = KPI) eines Unternehmens, welche abhängig von Branche, Größe, Struktur und Unternehmensstrategie unterschiedlich bedeutsam sein können.
 

Von weitaus größerer Bedeutung ist jedoch nicht die bloße Generierung von KPI´s, sondern vielmehr das Verständnis dafür, was sich hinter der Kennzahl verbirgt.
 

  • Was sagt mir diese Kennzahl?
  • Was sind die Werttreiber und wie können diese von Unternehmenslenkern beeinflusst werden?
  • In welchem Zusammenhang stehen die Kennzahlen untereinander? Gibt es Wechselwirkungen (Trade-Offs)?
  • Und wie hoch ist die Aussagekraft der Kennzahl für eine unternehmerischen Entscheidungen und somit das Ergebnis?


Die oftmals gewachsenen Strukturen in Unternehmen und die nicht transparenten Prozesse zur Generierung der unternehmerischen Datenbasis, lassen an der „richtigen“ Auswahl und Messung der Werttreiber oftmals zweifeln.

Am Ende des Tages bewahrheitet sich die alte Weisheit: „shit in, shit out“!
Wir wollen Sie mit dieser Ausgabe dafür sensibilisieren, Ihr eigenes Controlling-System kritisch zu hinterfragen und Anregungen für eine „richtige“ Systematisierung und Verwendung Ihrer betrieblichen Daten geben.

Viel Spaß mit dieser Ausgabe wünscht Ihnen
Andy Helming