IPL-Magazin 30 | Januar 2015 | Autor: Theo Muffert


Kunde braucht Vielfalt
 

 

Autor: Dipl.-Ing. Theo MuffertDie Redaktion des IPL-Magazins ist immer bestrebt, besonders aktuelle Themen, die Unternehmen branchenunabhängig beschäftigen, aufzugreifen.

In dieser Ausgabe behandeln wir die Individualität, die mit den einhergehenden Kriterien wie kleine Stückzahlen, hohe Variantenvielfalt etc. zu einem neuen Standard für die Unternehmen geworden ist.


Dabei geht es uns nicht nur um Therapievorschläge zur Behandlung von auftretenden Problemen, sondern vielmehr um die Analyse der Gründe:
 

 

 

  • Warum ist die Situation eingetreten?
  • Welche Probleme bringt die Situation für den nachhaltigen Ertrag des Unternehmens?
  • Welche zeitliche Abfolge ist bei der Beseitigung der Problemsituation einzuhalten?
  • Welche Ressourcen benötigt das Unternehmen, um den Wettbewerb zu bestehen?


Der Wandel von der Massenproduktion zur Einzelteilfertigung ist nicht neu. Untersuchungen im produzierenden Gewerbe haben jedoch ergeben, dass die meisten Betriebe sich überhaupt noch nicht darauf eingestellt haben. Man versucht, den Mehraufwand in Produktion und Logistik durch Improvisation, sprich: erhöhten Personaleinsatz, zu kompensieren.

Die Folge dieser Handlungsweise sind u. a. zusätzliche Kosten, Qualitätsprobleme und sinkende Liefertreue.
Die ganz „cleveren“ Unternehmen versuchen dann noch die höheren Personalkosten dadurch zu reduzieren, indem die Produktion in ein Billiglohnland verlegt wird. Dabei werden lediglich die direkten Kosten betrachtet. Die vielen Schwierigkeiten, angefangen bei der Organisation, Kommunikation, Logistik, Qualitätswesen etc. werden völlig außer Acht gelassen.

Diese Vorgehensweise dürfte dann die Schaufel sein, mit der sich das Unternehmen das eigene Grab schaufelt.

Die Individualität der Produkte ist eine Forderung, die allem voran der Markt den Unternehmen stellt. Dazu kommen in jüngster Vergangenheit immer mehr politische oder Naturereignisse, die so manche geschäftliche Planung zunichte macht. Während Marktentwicklungen mit einiger Sicherheit vorausgesagt werden können, sind politische und Naturereignisse ohne Vorankündigung plötzlich da. Das bedeutet, dass Flexibilität zu den wesentlichen Produktions- und Logistikfaktoren gehört.

Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht so furchtbar neu. Viele Unternehmen verfügen auch über eine Reihe von Hilfsmitteln hard- und softwareseitig, um kurzfristig auftretende Probleme zu behandeln. Was aber bei Geschäftsanalysen immer wieder auffällt, ist die Tatsache, dass Problemfelder zwar erkannt aber in aller Regel nie ganzheitlich gelöst werden. Es ist wie im täglichen Leben: Es wird therapiert „auf Teufel komm raus“, aber dem Urgrund des Übels keine Bedeutung geschenkt. Diese Erkenntnis ist – zumindest unter Fachleuten – auch nicht neu.

Es lohnt sich aber in Zeiten von globalisiertem Wettbewerb und geringer werdender Ressourcen darüber nachzudenken. Auch dann, wenn Schlagworte wie „Industrie 4.0“ uns manchmal den Blick für das Wesentliche etwas vernebeln.

– Um Missverständnissen vorzubeugen“– Wir sind von der Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Industrie 4.0 absolut überzeugt. Aus diesem Grunde arbeiten wir auch daran und wissen, dass eine Neuorientierung von Unternehmen nur in einer pragmatischen, logisch konsequenten Schrittfolge erreicht werden kann.