IPL-Magazin 18 | Januar 2012 | Autor: Thomas Theiler (IPL Beratung)

Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)
 



Thomas Theiler  (IPL Beratung) Liebe Leserinnen und Leser,

Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) ist ein Konzept,  welches die Planung, Prognose und die Bestandführung der Hersteller in Zusammenarbeit mit den Lieferanten regelt. Es ist eine Forecast-Methode, mit der versucht wird, Abweichungen von Vorhersagen und dem tatsächlichen Absatz möglichst gering zu halten.

Es handelt sich um die konsequente Weiterentwicklung der ECR-Idee (Efficient-Consumer-Response), die aus dem Handel bekannt ist. Das Konzept des Efficient Consumer Response wurde 1992 von der Nahrungsmittelindustrie entwickelt und ist mittlerweile auch in anderen Industriezweigen bekannt - und doch hat es sich bis heute nicht flächendeckend durchgesetzt.

Ziel ist der kontinuierliche Warennachschub bei größtmöglicher Effizienz.Das gelingt natürlich nur durch partnerschaftliche und vertrauensvolle Kooperation innerhalb der Wertschöpfungskette. Die Orientierung an den Kundenwünschen bzw. an deren Abnahmeverhalten ist ein wesentliches Merkmal solcher Konzepte. Der ständige Informationsaustausch der Partner ist dabei ein wichtiges Element zur bedarfsgerechten Steuerung der Supply Chain.

Das bedeutet, dass z. B. der Warenfluss und Verkaufsförderungsmaßnahmen aufeinander abgestimmt sein müssen. So kann die Produktion und die Lagerhaltung der tatsächlichen Nachfrage angepasst werden.

Bei CPFR werden zu Beginn die Rahmenvereinbarungen der Kooperation vereinbart. Im weiteren Verlauf werden zwischen den Partnern geeignete Forecast-Methoden bestimmt um die genauesten Prognosen zu erhalten. Im Anschluss wird die Organisation des Warenflusses festgelegt. Hierbei ist die Einbindung der IT ein wichtiger Erfolgsfaktor der Informationslogistik. Entsprechend der vereinbarten Rahmenbedingungen wird die Informationslogistikkette aufgebaut.

Durch die vereinheitlichten Prognosen und der damit verbundenen besseren Prognosequalität innerhalb der Supply Chain, kann die Reaktionsgeschwindigkeit auf Änderungen im Nachfrageverhalten deutlich verbessert werden.

Dies wirkt sich äußerst positiv auf die Lieferbereitschaft aus. Out-of-Stock Situationen werden vermieden. Zudem können wegen der verbesserten Prognosequalität die Bestände gesenkt werden. Der Bull-Whip-Effekt innerhalb der Lieferkette ist durch CPFR deutlich weniger ausgeprägt.

Ein weiterer Vorteil genaueren Prognosen ist die Annäherung an eine auftragsorientierte Produktion innerhalb der Supply Chain. Das reduziert das Working Capital enorm und steigert die Liquidität der Unternehmen. In unsicheren  und turbulenten Zeiten kann das für den unternehmerischen Erfolg von entscheidender Bedeutung sein.

Möglicherweise steuern wir gerade  auf eine konjunkturelle Delle zu, Vorhersagen, lässt das sich nur schwer. CPFR hilft uns Turbulenzen und Unsicherheiten zu filtern, auch wenn es unter Umständen bedeutet, dass sensible Unternehmensdaten an die Partner der Lieferkette weitergeben werden.

Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft in integrierte Hard- und Software zu investieren sind die Eckpfeiler einer auf Vertrauen basierender Zusammenarbeit. Die Bereitschaft zur Transparenz wird mit Wettbewerbsvorteilen belohnt.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unseren Artikeln.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Thomas Theiler