IPL-Magazin 11 | April 2010 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier (IPL) 

 

Anfang der 90er Jahre war es, als der Begriff ‚Lean Production' seinen Siegeszug durch deutsche Unternehmen antrat. Ausgelöst durch eine Studie des Massachusetts Institute of Technologie (MIT) wurde die japanische Produktionsphilosophie schlagartig weltweit bekannt. 

 

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier (IPL)Hart war der Lernprozess für diejenigen, welche zunächst glaubten, eine Anpassung des Hallenlayouts reiche aus, um erfolgreich zu sein.

Änderungen bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, der Produktgestaltung, dem Beschaffungsprozess und allen anderen Kernprozessen mussten ebenfalls durchlaufen werden. Nicht nur tiefgreifende Umstellungen im Produktionsprozess waren die Folge, sondern die gesamte Denkweise des Managements kam auf den Prüfstand. Folgerichtig sprach man später vom ‚Lean Management', ‚Lean Administration'  oder Ähnlichem.

Heute, 20 Jahre später, hat der inzwischen zum Standard avancierte Begriff nichts an seiner Aktualität verloren. Unter der Bezeichnung Production System haben viele deutsche Unternehmen die Inhalte übernommen und gleichzeitig versucht, durch inhaltliche Anpassungen an die produkt- und branchenspezifischen Randbedingungen der Vorgehensweise den eigenen Stempel aufzudrücken.

Die nun langsam auslaufende Krise hat gezeigt, dass die Reaktion auf rückläufige Auftragseingänge durch ‚schlanke' Unternehmen weitaus leichter bewerkstelligt wurde. Das Kapital verzinst sich bei jenen Unternehmen auf dem Bankkonto und verstaubt nicht im Roh- oder Fertigwarenlager. Mit der vorliegenden Ausgabe möchten wir einen kleinen Überblick vermitteln und auch Denkanstöße geben. Die Ansätze des Lean Managements sind vielfältig. Dabei leistet das Produktionsmanagement und die Logistik - als ‚Querschnittsdisziplin' einen zentralen Beitrag. Die Unternehmen profitieren durch Liquiditätssteigerung und Kostensenkung, Leistungssteigerung und Kundenzufriedenheit.