IPL-Magazin 10 | Januar 2010 | Autor: Theo Muffert (IPL) 

 

Das Lager ist ein Teil der Logistik, der als nicht wertschöpfende Funktion innerhalb des betrieblichen Leistungsprozesses - provokant ausgedrückt - nur Kosten verursacht. 

 

Theo Muffert (IPL)Es gibt viele Lagerarten, die im Betriebsablauf unterschiedliche Funktionen zu erfüllen haben. Wir beschränken uns bei unserer Betrachtung auf die Kosten von Lagern innerhalb des Materialflusses von Produktionsbetrieben.

Die Lagerhaltungskosten setzen sich im Wesentlichen aus den Kapitalkosten des Lagerbestandes, der Lagereinrichtungen, sowie den Raum- und Handlingskosten zusammen. In den 70er und 80er Jahren wurde der Fokus auf die Mechanisierung bzw Automatisierung der Lagertechnik und damit einhergehend der Lagerverwaltungs- und Steuerungssysteme gelegt. Dies gipfelte darin, dass es Ende der 80er Jahre zum guten Image einer Firma gehörte, ein Hochregallager zu haben. Zwischenzeitlich hatte der Siegeszug der EDV auch von der Materialwirtschaft Besitz ergriffen. Hier herrschte zwar immer noch das gleiche Chaos wie früher, das aber ab sofort automatisch verwaltet wurde.

Allgemein wurde offensichtlich davon ausgegangen, dass die Einführung eines (Standard-) Softwarepaketes die Materialwirtschaft inkl. Materialflusssteuerung in Ordnung bringt. Diesen Trugschluss haben einige Unternehmen teuer bezahlt. Mit zunehmenden Kostendruck und durch Strukturveränderungen in den Unternehmen, wurde ab der 90er Jahre bis heute den Materialbeständen und einem möglichen Outsourcing der Lagerwirtschaft große Bedeutung beigemessen.

IPL hat diesem Trend Rechnung getragen und das Tool "Lagerstrukturnanlyse" entwickelt, mit dessen Hilfe es möglich ist, die richtige Bestandshöhe in Abhängigkeit der angestrebten Lieferfähigkeit auf Sachnummernebene zu berechnen. Die Eingangsgrößen sind die Wiederbeschaffungs- und Lieferzeiten, die Beschaffungs- und Entnahmemengen, sowie deren reale Streuung. Die hieraus abgeleiteten Häufigkeitsverteilungen ermöglichen die Prognose des Zielbestandes in Abhängigkeit der angestrebten Lieferfähigkeit.

IPL bietet über eine internetbasierte Schnittstelle der Materialdisposition eine dauerhafte Unterstützung an.

Ein weiterer Trend ist das Outsourcing logistischer Aufgaben. Der Grundgedanke ist die Verbesserung der Unternehmenssituation durch mittel- oder langfristige Vergabe logistischer Leistungen, die nicht zu den Kernkompetenzen des Unternehmens zählen, an externe Dienstleister. Damit ist in der Regel eine große Erwartungshaltung im Hinblick auf die Schonung eigener Liquidität und nennenswerte Kostenreduzierung verbunden. Betrachtet man das Outsourcing von Logistikdienstleistungen ausschließlich unter Kostengesichtspunkten, dann sind Erfolge -wenn überhaupt - nur im marginalen Bereich festzustellen. Die Einsparungen werden jedoch nennenswert größer, wenn die Fremdfirma über die Lagerlogistik hinaus weitere Leistungsumfänge wie z.B. Konfektionieren, Verpacken etc., übernimmt.

Die Lagerplanung ist im Wandel der Zeit von einer rein technischen über eine technisch/organisatorische zu einer Prozess orientierten Aufgabe mutiert. Ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen basiert heute auf der Planung und Durchführung ganzheitlicher Prozesse. Da ist kein Platz mehr für Akteure, die nicht über ihre eigene Abteilung hinaus denken.