IPL-Magazin 36 | Juni 2016 | Autor: Thomas Fries

LSA im Online-Einsatz

Der Vertrieb wünschst sich maximalen Bestand, um mit kürzesten Lieferzeiten seine Kunden zufriedenzustellen. Die Produktion sucht maximale Flexibilität durch permanente Warenverfügbarkeit.

 


Thomas FriesSie schafft es auf diese Weise, die Auslastung und Effizienz in der Produktionsstätte zu steigern. Der Finanzbereich Controlling/Accounting/Purchasing drückt den Lagerbestand aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht auf ein Minimum. Damit ist der Logistiker offensichtlich im Spannungsdreieck konkurrierender Ziele des Unternehmens. Lieferzeit, Liefertreue und Lagerbestand scheinen sich nicht zur Zufriedenheit aller optimieren zu lassen. Man kann sich dieser Aufgabenstellung aber auch anders nähern. Dieser Konflikt, wenn er sinnvoll ausgelebt wird, hilft die unterschiedlichen Zielsetzungen zu bedienen.


Denn auf Basis der Unternehmensstrategie, des Wettbewerbs und der Kundenanforderungen kann ein idealer Zielbestand erzielt werden. Um den Beweis für die verschiedenen Interessengruppen anzutreten, muss ein schlagkräftiges Werkzeug her! Die Lagerstrukturanalyse (LSA) der Visual Technologies GmbH ist das ideale Werkzeug um den nötigen Überblick über die Zielbestände zu erlangen. Unter der Zuhilfenahme einfacher Eckdaten, welche zumeist leicht aus den vorhandenen ERP-Systemen ausgelesen werden können, bewertet die LSA den Ist-Zustand und die Lieferfähigkeit. Ausgehend vom Ist-Zustand wird der kostenoptimale Grundbestand bestimmt. Hierzu wird auch eine ABC-/XYZ-Analyse durchgeführt, deren Ergebnis die Aussagekraft der Gesamtanalyse verstärkt.


Bestandsoptimierung hat zwei konkurrierende Hauptziele:

Möglichst niedrige Bestände bei möglichst hoher Verfügbarkeit.


Dabei ist es prinzipiell egal, ob es sich um ein Eingangs-, Ausgangs- oder Produktionslager handelt. Damit die Zielbestände genau bestimmt werden können, muss eine Vielzahl von Faktoren betrachtet werden.

Für den Disponenten ist dies nicht nur wegen des immensen Aufwands eine undankbare Aufgabe: Sind die Zielbestände zu hoch, so erhöht sich die Durchlaufzeit und das gebundene Kapital. Werden die Zielbestände zu niedrig, so ist das Unternehmen nicht mehr lieferfähig.


Mit Hilfe moderner statistischer Methoden kann jedoch die nötige Zielbestandsveränderung zum Erreichen einer bestimmten Lieferfähigkeitsquote ermittelt werden. Damit bereitet die Lagerstrukturanalyse alle notwendigen Daten visuell und verständlich auf und gibt Ihnen trotz einfacher Handhabung ein mächtiges Werkzeug in die Hand.


Selbst Veränderungen in der Auftrags- und Wirtschaftslage, den Kundenanforderungen oder dem Ein- und Ausphasen von Produkten kann bei der Berechnung der Zielbestände berücksichtigt werden. Voraussetzung ist der Abgriff aktualisierter Datenbestände, wie er beim Einsatz von ERP-Systemen ohnehin vorhanden ist.

 

Abb. 1: Online-Anbindung der LSA


Wie einfach eine Online-Anbindung der LSA an ein bestehendes ERP-System aufgebaut werden kann, zeigt Abbildung 1. Während der Anwender über ein Graphic User Interface (GUI) mit dem ERP-System kommuniziert, werden alle für das System relevanten Daten üblicherweise in einem sogenannten Data-Warehouse abgelegt. Um stetige Datenaktualität zu gewährleisten, besteht zwischen dem ERP-System und dem Data-Warehouse ein kontinuierlicher Datenabgleich. Genau diese Tatsache nutzt die LSA, indem über einen Lesefilter von dem Data-Warehouse die erforderlichen Daten abgegriffen und in einer separaten Datenbank abgelegt werden. Die LSA hat damit die Möglichkeit, verschiedene Szenarien offline zu berechnen, ohne in den Datenbestand des ERP-Systems eingreifen zu müssen. Erst wenn der Anwender ein Szenario von der LSA an das ERP-System übertragen möchte, gibt er den erforderlichen Schreibbefehl.

Die LSA überträgt dann die optimierten Zielbestände in das Data-Warehouse und damit zum Abgriff für die Dispositionsaufgaben. Verknüpft man bestehende ERP-Systeme also mit der LSA, so lassen sich  beide Hauptziele der Bestandsoptimierung kontinuierlich sicherstellen:

Niedrige Bestände bei hoher Verfügbarkeit.