IPL-Magazin 22 | Januar 2013 | Autor:  Wirtsch.-Ing. Florian Engel

Wer im Lager eine neue Kommissioniertechnik einführen möchte, der sieht sich oft schwer abschätzbaren und hohen Kosten gegenüber.
 

Wirtsch.-Ing. Florian Engel

Bedenkt man dabei, dass sich mit dem natürlichen Wachstum eines Unternehmens auch die Ansprüche an die Kommissionierung ändern, wirkt dieses Problem besonders schwer: Wie lange kann eine spezielle Kommissioniertechnik diesen Ansprüchen gerecht werden, bis eine andere Technik bessere Ergebnisse bringt? Kann eine einzelne Kommissioniertechnik im ganzen Lager erfolgreich eingesetzt werden oder wäre eine andere Technik für einen speziellen Lagerabschnitt erforderlich? Und bringt die gewünschte Kommissioniertechnik in der Praxis den theoretisch versprochenen Vorteil?

Diesen und einigen anderen schweren Fragen sehen sich Entscheider im Lager oft gegenüber. All diese Probleme sind auf die komplexe und teure Anbindung von einzelnen Kommissioniertechniken an das Lagerverwaltungssystem zurückzuführen. Das Institut für Produktionsmanagement und Logistik München hat sich ausführlich mit diesem Problem beschäftigt, das vor allem für mittelständische Betriebe im Wachstum einen „Bremsklotz im Lager“ darstellt. Der Lösungsvorschlag packt das Problem bei der Wurzel: Anstatt die Kommissioniertechnik direkt an das Lagerverwaltungssystem anzubinden, entwickelt das IPL ein Verbindungsglied, welches einfach an die vorhandene Infrastruktur angebunden werden kann. Dieses Verbindungsglied ist von Haus aus in der Lage jede verbreitete Kommissioniertechnik anzusprechen. Das bedeutet, dass kein zusätzlicher Einrichtungsaufwand für diese Techniken anfällt. Es kann also ein üblicher Barcodescanner eingesetzt und bei Bedarf jederzeit ein Pick-by-voice System dazugeschaltet werden. Dazu ist im Regelfall nicht viel mehr nötig, als das entsprechende Gerät einzuschalten.

Durch diese Methode gehören die typischen Probleme beim Einführen einer neuen Kommissioniertechnik der Vergangenheit an: Es treten neben den Kosten für die Endgeräte (z.B. Handscanner, Pick-by-voice System, Tablet, Pick-by-light etc.) keine Anbindungskosten auf. Es ist also auch ohne Mehrkosten möglich, unterschiedliche Kommissioniertechniken wie etwa Pick-byvoice und Pick-by-light in unterschiedlichen Lagerbereichen einzusetzen.

Ebenso kostet die Durchführung eines Pilotversuches, mit dem die Performanz einer ganz anderen Kommissioniertechnik direkt im Lager geprüft werden kann, nicht mehr als eben dieses eine Endgerät.

Solche Verbindungsglieder werden in der Fachsprache Middleware genannt. Zur Anbindung von Kommissioniergeräten hat sich in der Praxis der Einsatz sog. Telegramme als Industriestandard durchgesetzt. Die vom IPL erstellte Middleware mit dem Namen Picking Link folgt dieser Methode und wird daher einmalig genauso an das Lagerverwaltungssystem angebunden wie etwa ein Pick-by-voice System. Wenn also ohnehin eine neue Kommissioniertechnik angebunden werden soll, rentiert sich der Einsatz der Middleware auf mehrere Arten.

Erstens stellt Picking Link nicht nur eine gut dokumentierte Schnittstelle zur Verfügung, sondern ermöglicht auch ohne Programmierung an vorhandene Telegrammschnittstellen anzubinden. Damit sinkt der Anbindungsaufwand erheblich. Zweitens amortisieren sich die Kosten für die Anbindung einer Kommissioniertechnik über die Middleware bereits ab einem bedeutend geringeren Verbesserungspotential, da in Zukunft keine weiteren Anbindungskosten mehr auftreten. Sie sind daher nicht mehr gezwungen, die Anbindungskosten eines Pick-by-voice Systems durch den Einsatz des selbigen wieder hereinzuholen.

Wenn Sie also vor dem Zeitpunkt der Amortisation auf eine andere Methode der Kommissionierung wechseln, so führt diese die Tilgung der Investition einfach weiter, da keine neuen Anbindungskosten auftreten. Dies ist besonders interessant, da als Folge des technischen Fortschritts die zeitlichen Abstände zwischen der Entwicklung immer effizienterer Kommissioniermethoden zunehmend schwinden. Unternehmen müssen sich deshalb häufig die Frage stellen, ob sich Investitionen in eine solche Technik überhaupt rentieren oder die Systeme bereits veraltet sind, wenn die Umstellung sich gerechnet hat. Schlimmer noch, oft unterstützen die Lagerverwaltungssysteme die neuen Geräte nicht mehr und (kosten-)aufwendige Updates sind nötig.

Des Weiteren ist es oft schwer abzuschätzen, wie viel Verbesserungspotential eine andere Kommissioniertechnik hat. Lange und aufwendige Studien sind oft der Fall, deren Kosten erneut von der gesteigerten Effizienz der neuen Technik getragen werden müssen. Bei Picking Link können neue Techniken ohne weiteren Aufwand direkt im Lager getestet werden. Stehen mehrere Methoden zur Auswahl, gibt es oft sogar Leihgeräte. Die Praxis hat gezeigt, dass sich erst im Einsatz Anforderungen zeigen, die in Studien oft vernachlässigt werden. Solche Probleme gehören mit Picking Link der Vergangenheit an.

Dem Wachstum steht das Lager damit nicht mehr im Weg, sondern ist ihm bereits in seiner kleinsten Ausbaustufe bestens gewachsen. Die üblichen Kommissionierlisten können nämlich selbstverständlich auch über diese Verbindungssoftware ausgedruckt werden. Dadurch sind auch saisonale Schwankungen leicht abzufedern, da beispielsweise für Aushilfen flexibel Papierlisten gedruckt werden können, während die Stammbelegschaft mit Barcodescannern kommissioniert.

Picking Link bietet darüber hinaus eine Vielzahl an Erweiterungen, mit denen Sie unkompliziert weitere Verbesserungen an Ihrem Kommissionierprozess durchführen können. Ein Beispiel hierfür ist das IPL eigene Advanced Multi Order Picking (AMOP), welches ähnlich Aufträge zusammenfasst und so im Praxiseinsatz bereits eine Reduzierung des Kommissionierweges um 70% erreicht hat.

Falls Sie Interesse an der Middleware oder weitere Fragen haben, schreiben Sie bitte eine eMail an:

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unter dem Stichwort „Picking Link“.