IPL-Magazin 15 | Mai 2011 | Autor:  Dirk Rimkus (IPL) 

 

Erfreulicherweise nimmt der Auftragseingang aufgrund der heftigen Konjunkturbelebung in den meisten Unternehmen deutlich zu. Bereits Produktionsengpässe - bis hin zu Unterbrechungen, trotz voller Auftragsbücher - aufgrund von fehlendem Material (Fehlteile) sind zu verzeichnen. Gerade KMU´s fallen in den Lieferketten "hinten runter". 

 

Dirk Rimkus (IPL)Haben diese vielleicht nicht bei Ihren Vorlieferanten / Herstellern das notwendige Standing oder Druckmöglichkeit, um an Material zu gelangen.

Andererseits müssen Sie dann größere Mengen abnehmen, um vernünftige Preise zu erhalten, oder einfach Mindestabnahmen, die auf absehbarer Zeit nicht benötigt werden.

Gerade daraus ergibt sich eine nicht günstige Ausgangssituation wie nachfolgend in Abb. 1 dargestellt.

Erschwerend kommen die Lehren der letzten Krise dazu. Kein unnötiger Materialbestand in der supply chain; aber doch nicht zu wenig. Die richtigen Ressourcen (Investitionen) vorhalten, aber doch rasch auf negative Schwankungen reagieren zu können. Kunden wiederum verlangen von Ihren Lieferanten spontanes Reaktionsvermögen.

Die Reaktionszeiten werden weiter verkürzt, was gepaart mit den Unplanbarkeiten sich zu heftigen "up and downs" im gesamten Abwicklungsprozess aufschaukelt. Wie die nachfolgende Grafik Abb. 2 verdeutlicht.

  
 

Abb. 1.


Abb. 2.

 

Was bedeutet diese Entwicklung für KMU´s? Wie kann man die offensichtliche steigende Hektik vielleicht sogar entschleunigen? Klar werden demnach wieder supply-chain-champions, Gewinner aber auch Verlierer gemacht.

Nur wer diese zukünftigen Verlaufkurven "eng anliegend" prozessual folgen kann, hat Chancen auf den Gewinnertitel - siehe nachfolgende Darstellung Abb.3.
 

 Abb. 3.

 

Welche Steuerungsmechanismen gibt es? Was kann man noch tun?

Hierfür bieten wir Ihnen die aktive Mitarbeit an einer Materialgemeinschaft an. Partizipieren Sie von der "Cloud Resourcing Community". In Zusammenarbeit mit der deutschen Materialeffizienzagentur des BMWi und der bayME wollen wir eine Plattform schaffen, die es allen Unternehmen ermöglicht, Materialien (z. B. einkaufsbedingter Überbestände) sich gegenseitig zukommen zulassen. Hierfür könnte eine IT- gestützte Plattform geschaffen werden.

Diese non-profit orientierte Plattform - ähnlich wie eine "suche - biete" Online-Börse ist nur ein Werkzeug; der Handel oder Austausch findet bilateral statt. Um dabei die Identität der teilnehmenden Unternehmen zu wahren, werden diese mit periodisch wechselnden User-Kennungen versehen. Denn wer möchte schon zugeben, schon wieder zuviel oder zuwenig Material zu haben. Wir betonen ausdrücklich, dass es sich hierbei um keine Einkaufsgenossenschaft o. ä. handeln soll. Nachfolgendes Schaubild Abb.4 soll die Funktionsweise der Community darstellen.

 

Abb. 4.

 

Um die Zusammenarbeit zu ermöglichen werden folgende Prämissen aufgestellt:
 

  • nur eingetragene Mitglieder / KMU´s dürfen teilnehmen
     
  • Mitgliedschaft ist für alle Unternehmen möglich, kostenlos und freiwillig
     
  • die "Austausch-Börse" basiert auf einer Intranet-Plattform (mit Unterstützung der bayme und business partner)
     
  • das Anbieten / Suchen von Materialien, Kapazitäten, Anlagen, Waren und Dienstleistungen erfolgt anonym und unverbindlich
     
  • die Community ist dem Grundgedanken nach keine "Einkaufsgenossenschaft".
     
  • die Kauf- / Verkaufsaktivitäten werden direkt zwischen den Mitgliedern abgewickelt.
     
  • die Kauf- / Verkaufsaktivitäten unterliegen keiner Gebühr oder sonstige Abgaben an die Gemeinschaft oder den Netzwerkkoordinator
     
  •  IPL-Beratung übernimmt die Netzwerkkoordination (mit Unterstützung des BMWi und der demea)