IPL-Magazin 10 | Januar 2010 | Autor: Korbinian Mayer (IPL)

Die Neuplanung eines Lagers ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Logistik. Aufgrund der hohen Anzahl an Einflussgrößen sowie deren Abhängigkeiten untereinander, werden die Unternehmen während des Planungsprozesses mit immer neuen Problemstellungen konfrontiert.
 

Über das benötigte Know-How und die Personalstärke, um die Problemstellungen erfolgreich zu meistern, verfügen allerdings nur wenige Firmen. Speziell Defizite bezüglich des Know-Hows lassen sich nur schwer beseitigen. Die Literatur bietet hier nur in Ausnahmefällen Hilfe.

Zumeist verallgemeinert sie die Zusammenhalte so stark, dass kein Nutzen daraus gezogen werden kann. So wird beispielsweise des Öfteren zu einer zweistufigen Kommissionierung bei einem großen Sortiment geraten.

Daraus ergibt sich aber sofort die Frage: Ab wie vielen verschiedenen Artikel ist mein Sortiment groß? Ab 100, 1.000 oder gar 100.000?

Unternehmen ohne Planungserfahrung auf diesem Gebiet werden deshalb in der Regel zu ihrer Unterstützung ein spezialisiertes Planungsbüro oder einen Experten engagieren. Die Beratung bzw. die dargebotenen Lösungen beruhen dabei im Allgemeinen stärker auf subjektiven Erfahrungen der einzelnen Planer als auf objektiven Entscheidungskriterien. Dies kann dazu führen, dass eventuell wirtschaftlichere Lösungsalternativen von vornherein ausgeschlossen werden.

An diesem Punkt setzt das Tool zur Lagerplanung von IPL an. Ausgangspunkt ist dabei immer - egal ob Neuplanung oder Umstrukturierung - eine Planung auf die "grüne Wiese". Denn nur dadurch kann sichergestellt werden, dass alle Lösungsalternativen in Betracht gezogen werden. In einem ersten Schritt wird das Mengengerüst des Lagers analysiert und gegebenenfalls eine Aufteilung in unterschiedliche Zonen vorgenommen. Des Weiteren wird für jede Zone eine optimale Systemalternativenauswahl getroffen, ohne jedoch den ganzheitlichen Ansatz zu vernachlässigen.

Dies umfasst die Auswahl der Regalsysteme, der Entnahmemittel bzw. Transportmittel bis hin zur Auswahl des Pickverfahrens. Die einzelnen Entscheidungen beruhen dabei sowohl auf den vorgegebenen Restriktionen, den qualitativen Kriterien, welche teilweise vom Kunden vorgegeben werden oder zusammen mit dem Kunden erarbeitet werden können, als auch auf monetären Kriterien.

Hierfür wurde eine intensive Marktstudie über die Eigenschaften und das Leistungsvermögen der unterschiedlichen Lagertechnik betrieben. Momentan wird an einer Erweiterung des Tools über die Systemalternativenauswahl hinaus gearbeitet. Im Fokus steht dabei der nächste Schritt in Ablauf der Lagerplanung - das Layout. Dies ermöglicht den Planungserfolg für Unternehmen auch in Zukunft sicherzustellen. 

 
 

 Abb. 1: 

Schematisch Darstellung des Prozessablaufs
innerhalb des Tools