IPL-Magazin 05 | Oktober 2008 | Autor: Dirk Rimkus (IPL)












Herausforderungen die sich durchaus verbinden, mehr noch - bedingen.

Mit dem Projekt „Platz schaffen hilft“ ist es der goodsellers AG, Vorstand Tim Kreysing, gelungen, das Generieren von Erlösen durch den Verkauf von Sachspenden als innovativen Prozess zu etablieren. Die Idee ist simpel und von doppeltem Nutzen: „Platz schaffen hilft“ unterstützt soziale Projekte, ohne die Spender finanziell zu belasten. Die Abgabe von Sachspenden ist mehr als nur karitatives Handeln – sie schafft auch Platz in den eigenen Räumen und befreit den Spender von nicht mehr Benötigtem.

goodsellers konzipiert ein auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden ausgerichtetes Sachspendenkonzept. goodsellers koordiniert Projekte jeder Größe und gestaltet die Kommunikation, die Logistik und den Vertrieb. Der reibungslose Ablauf einer Aktion ist ebenso gewährleistet wie – durch regelmäßige Reportings - die lückenlose Transparenz über unser Vorgehen in allen Phasen des Projekts.

Um diese Vorgehensweise sicherzustellen bedarf es natürlich eines ausgeklügelten logistischen Systems.

Ursprünglich begann quasi die Aufnahme der Geschäftsaktivitäten „in der Garage“. Mit geringen Mitteln wollte goodsellers den „proof of concept“ erbringen, dass sich mit einer gemeinnützigen Aktion eine win-win-win (Spender – Kirche – goodsellers) Situation herstellen lässt. Demzufolge war der Fokus auf logistische Prozesse nicht ausgeprägt. Es wurden die anfänglich geringen Stückzahlen „einfach nur abgewickelt“, auf einer zufällig entstandenen Layout-Planung (s. Abb. 1)
 

 

 
Abb. 1
 

Sehr rasch wurde das Erfolgsmodell in den Kirchen, Diazösen und karitativen Einrichtungen bekannt - und als Spendenmodell zur Erschließung alternativen Geldquellen in Anspruch genommen.

Um den Anspruch an das drastisch gestiegene Volumen mussten die logistischen Prozesse stark verbessert werden. Auf der anderen Seite sollten die Kapitalfaktoren Mensch und Maschine (Equipment) optimal genutzt werden. Konsequenterweise konnte die Lösung nur lauten, eine „getrimmte“ Taktung (Zykluszeit) zu finden, die die effizienteste Schnittmenge der Faktoren und gleichzeitig etwaige „Bottlenecks“ berücksichtigt; ebenso wurde die Lagergröße bei einer entsprechenden Liegezeit von 11,6 Tagen berücksichtigt.

Im Ergebnis wurden die Prozesse nach dem Fließprinzip eingerichtet, das Lager in Fliessrichtung neu aufgestellt und die einzelnen Prozessschritte (Bearbeitungsstationen) wie Warenannahme, Fotostudio, Auktionsmagement und Käufermanagment, Lager und Versand synchronisiert und per 2-Behälter-Kanban-Steuerung (im Kommissionierwagen) miteinander verbunden. Heute wird damit alle 4 Minuten ein Artikel durch das Gewerk gezogen – von der Warennahme bis zum Versand.

Damit jederzeit alle Prozesse dokumentiert sind, sowie der Verbleib jedes einzelnen Artikels nachvollzogen werden kann (auch für den Rechenschaftsbericht an die Spender), aber auch die Bearbeitungszeiten an die Echtzeit angepasst werden, wird die Kanban-Steuerung über Barcode An- und Abmeldungen verfolgt (s. Abb. 2)
 

 


Abb. 2
 

Die somit in e.Bay eingestellte Ware wird sofort verpackt und über einen I-Punkt auf dem entsprechenden Lagerplatz eingelagert. Jetzt kann innerhalb kürzester Zeit nach der Ersteigerung und Bezahlung durch den Käufers die Ware taggleich versandt werden. Im Ergebnis aus der logischen Steuerung, die wiederum eng mit dem internen ERP-System „Auktionsbody“ verbunden ist wurde folgendes Soll-Prinzip realisiert (s. Abb. 3)
 

 

 

Abb. 3


In der weiteren Entwicklung des Geschäftsmodells wollte goodsellers sich auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren. D. h. die Logistik wurde komplett an „mobifiX“ ausgelagert; einem Logistikdienstleister mit dem schon jahrelang in guter Zusammenarbeit Geschäftsbeziehungen bestehen. Das SLA (ServiceLevelAgreement) wurde so gestaltet, dass a) eine klare Schnittstelle, Verantwortung und Dienstleistung definiert wurde, und b) auch innerhalb des Layouts getrennte physikalische Verantworungsbereiche gegeben sind (s. Abb. 4) 

 


Abb. 4


Das Ergebnis der maßgeschneiderten Logistik, in die e.Bay-Prozesse hinein integriert, kann sich durchaus mit einem positiven Bewertungsfaktor von 99,x % messen lassen. Mehr Informationen über goodsellers finden Sie unter:  www.goodsellers.de