IPL-Magazin 26 | Januar 2014 | Autor:  Dr. Roland Scherb (Visual Technologies GmbH)

Kupek, IPL und Visual Technologies GmbH testen gemeinsam die neue SMART LABEL Technik.

 

 

Abbildung 1: Firmenzentrale der Firma Kupek in Coburg mit Verwaltung, zwei Läger mit ca. 3000 m² Fläche.Die Firma Kupek hat sich als Pilotkunde gefunden, um den Einsatz, die Verwendung und Potentiale der SMART LABELS in einem Feldversuch einzusetzen.

Abbildung 1 zeigt die Firmenzentrale der Firma Kupek in Coburg mit Verwaltung, zwei Läger mit ca. 3000 m² Fläche.







Dr. Roland Scherb, MBAKennen Sie SMART LABELS?
Smart Labels sind ein Umsetzungsbeispiel für das „Internet der Dinge“ bzw. Produktion / Industrie 4.0. Um die dezentrale Struktur der zukünftigen Dinge zu ermöglichen, können SMART LABELS die Logik und Kommunikation sicherstellen. Es ist sogar möglich, in Produktion und Logistik auf derzeit noch notwendige ERP- und LVS-Systeme zu verzichten. Andererseits werden zukünftig an ERP- und LVS-Systeme andere Anforderungen gestellt. Diese zukünftigen Anforderungen können beispielsweise mit der Middleware Lösung PICKING LINK von Visual Technologies bereits heute zur Verfügung gestellt werden! SMART LABELS stehen für den nächsten Evolutionsschritt in der technischen Entwicklung. In Produktion und Logistik ist die effi zienteste Technik Pick-by-Light. Diese Systeme sind leider durch die benötigte Hardware und Verkabelung noch sehr kostenintensiv. Mit SMART LABELS ist es möglich, diese Funktionalität für einen Bruchteil der Kosten zu erhalten.

Abbildung 2: SMART LABEL Anzeigebeispiel PCDie drastische Kostenreduzierung kommt zustande, da auf die teure und umfangreiche Verkabelung des Lagers verzichtet werden kann. SMART LABELS bieten noch eine weitere Funktionalität. Es ist es möglich, Lagerbestände optimal zu verwalten ohne ERP System. Die Unterstützung einer permanenten Inventur ist möglich, oder ein Mehr-Behälter-Kanban-System wird realisiert. SMART LABELS haben ein Bistabiles Paper White Display und hierdurch eine sehr gute Anzeigeeigenschaft, d.h. Sie können z.B. direkt vom Display einen Barcode abscannen. Die Anzeige kann beliebige Informationen anzeigen, bis hin zu Abbildungen des Produktes. Ein Beispiel zeigt die Abbildung 2. Die beiden vorhandenen Tasten am Display können mit einer – durch die Programmierung variabel gehaltenen Funktion – individuell belegt werden. Eine farbige Anzeige in Abhängigkeit der LED´s ist möglich. Die Module haben einen geringen Stromverbrauch. Sogar bei einem Versagen der Stromversorgung bleibt die letzte Anzeige auf dem Display erhalten.

Im November haben Visual Technologies, IPL und Kupek auf dem 48. BME - Symposium Einkauf und Logistik - 13.-15.11.2013, Berlin zum ersten Mal dem Fachpublikum SMART LABELS präsentiert. Auf dem BME Symposium waren die Rückmeldungen ausnahmslos positiv! Aus diesem Grunde soll die Funktionalität der Smart Labels nun in einem umfangreichen, operativen Feldtest nachgewiesen werden. Der Start des Feldtests mit den in Abbildung 3 dargestellten Labels steht nun unmittelbar bevor.

Abbildung 3: Designskizze eines SMART LABELS.

Die Anzeige kann nach beliebigen Kriterien erfolgen, bis hin zu Abbildungen des Produktes.

Die SMART LABELS können auf die Palette, einem KLT oder sonstigen Ladungsträger befestigt werden und via Funk die Bestände, den Standort etc. zur Verfügung stellen. Eine automatische Nachbestellung bei Erreichen des Mindestbestandes ist somit möglich. Mit Tablets, oder anderen Eingabegeräten können sie auf die vorhandenen Daten jederzeit zugreifen bzw. die Daten aller SMART LABELS prüfen.

Abbildung 4: Steuerung der SMART LABELS via Tablet PC durch PICKING LINKFür das Projekt mit der Firma Kupek leistet Visual Technologies GmbH die Softwareentwicklung zur Steuerung und Anbindung der SMART LABELS. Hierzu wird die bereits bestehende Middleware Picking Link durch neue Module ergänzt, um somit SMART LABELS an jede verfügbare IT anzubinden. Durch den Einsatz offener Schnittstellen in Picking Link kann der Datenaustausch mit der bestehenden IT Infrastruktur gewährleisten. Dadurch wird sichergestellt, daß eine Unabhängigkeit in Bezug auf Technologie und Anbieter vorhanden ist. Abbildung 4 zeigt exemplarisch, die realisierte Oberfläche für die Firma Kupek.

SMART LABELS wurden im ersten Schritt auf den Fokus Produktion, Logistik und Supply Chain entwickelt. Es können jedoch durch Visual Technologies alle Anwendungsfälle in anderen Branchen betreut und angeboten werden. Mit SMART LABELS lassen sich, vorausgesetzt die Technologie wird übergreifend verwendet, Waren über den gesamten SCM Prozess steuern und mit zusätzlichen Informationen versorgen. Die Beschränkungen, welche z.B. durch den Einsatz der derzeitigen RFID Technologie gegeben sind (Umgebung mit sehr viel Metall/Beton, keine Logik implementierbar etc.), lassen sich mit SMART LABELS effektiv und effi zient ersetzen.

Auch andere Einsatzmöglichkeiten sind in Planung. So können SMART LABELS im Gesundheitssektor verwendet werden; beispielsweise bei der Versorgung von Produkten im Krankenhaus wie bei Mahlzeiten, Medikamente, oder Unterlagenverwaltung. Eine Zukunftsvision liegt in der Einführung im Home-Offi ce und Consumer Markt. Das Smart-Home wird nicht nur durch technologisch hochgerüstete Geräte wie den selbstversorgenden Kühlschrank realisiert, sondern durch Steuerung über SMART LABELS in jedem Bereich, den ein Privatanwender interessiert. Die Steuerung erfolgt einfach und unkompliziert über den PC oder eine App auf dem Smartphone.

SMART LABELS sind eine Lösung, das Internet der Dinge, oder Industrie 4.0 zu realisieren:

Abbildung 5: Steuerung über Smart Labels

Nachfolgend die Vorteile der SMART LABELS zusammengefasst:

• Einsparpotential mind. 20%
• Sie können durch einen effektiveren Prozess die Lagerkosten (Personal) reduzieren
• Sie erhalten eine höhere Flexibilisierung des klassischen Mehr–Behälter –Kanban–Systems
• Sie können schneller auf Kundenanforderungen reagieren
• Sie haben eine geringere Kapitalbindung durch geringere Bestände; durch SMART LABELS haben sie Ihre Bestände im Griff
• Höhere Flexibilität durch Vereinfachung des Entnahmeprozesses
• Erhöhung der Pickzahl
• Optimierung der Supply – Chain – direkte Einbindung der Lieferanten
• Ein variables Pick by



Abbildung 6: Präsentation der SMART LABELS auf dem BME Symposium in Berlin. Von l.n.r.: Rolf Kupek (Kupek GmbH), Roland Scherb (Visual Technologies GmbH), Prof. Dr. Klaus Meier (IPL).

Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen der Pilotphase haben, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf: visual-technologies.de.