IPL-Magazin 28 | Juli 2014 | Autor: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Meier

Aber wie steht es mit den Unternehmen? Logistik verbindet. Ändert sich die Umgebung, so muss sich also auch die Logistik verändern.



Prof. Dr. Klaus-Jürgen MeierDa es sich dabei um einen kontinuierlichen Prozess handelt, sollten Menschen, die Veränderungen als Bedrohung empfinden, die Logistikbranche meiden. Mithilfe einer fundierten Berufswahl ist das möglich. Unternehmen, die Produkte herstellen oder vertreiben, haben diese Wahlmöglichkeit nicht. Ohne Logistik geht heute gar nichts mehr.

Und doch besitzen viele Unternehmen nicht das Bewusstsein, sich an veränderte Rahmenbedingungen stetig anpassen zu müssen.

Es zeigt sich dann immer wieder einer der folgenden vier charakteristischen Erklärungsversuche:

• Unbeweglichkeit wird zur Tugend erklärt. Das Unternehmen versucht sich als traditionsbewusst darzustellen. Doch ist fraglich, ob der Kunde die Tradition wirklich wertschätzt.

• Die Begriffe werden ausgetauscht, die Inhalte und Prozesse bleiben unverändert. Unternehmen versuchen damit den Schein der Dynamik zu wahren. Hintergrund ist vielfach das fehlende Verständnis, um was es bei Neuerungen wirklich geht oder welche Vorteile sie mitbringen.

• Veränderungen betreffen alle anderen Branchen oder Unternehmen, aber nicht das eigene Unternehmen. Denn hier ist alles anders und komplizierter. Es stellt sich die Frage, warum es wirklich so sein sollte?

• Alle nun anstehenden und erforderlichen Entwicklungen sind im Unternehmen schon lange bekannt und wurden schon vor Jahren vorweggenommen. Diese Form der Selbstlüge und Selbstzufriedenheit beruhigt das Gewissen und gestattet es problemlos, im Status Quo zu beharren.

Und doch bleibt die quälende Frage unbeantwortet. Warum sollte, wenn sich die ganze Welt verändert, das eigene Unternehmen davon unberührt bleiben?

Betrachtet man die zeitlichen Abstände zwischen den industriellen Revolutionen (Einführung der Dampfmaschine, Arbeitsteiligkeit und Massenfertigung, Einführung der IT, Industrie 4.0), so scheint sich die Geschwindigkeit der Veränderungen sogar zu erhöhen. Was also gestern noch richtig war, muss deswegen morgen schon längst nicht mehr das Richtige sein.

Wann haben Sie also in Ihrem Unternehmen Ihre Vorgehensweise zuletzt kritisch hinterfragt und die daraus resultierenden Maßnahmen umgesetzt?

Sind Sie bereit, die Realität anzuerkennen?

Sind Sie wirklich offen für Veränderungen – auch gerade jetzt, in diesem Moment?

Haben Sie dafür ausreichend Zeit?

Wissen Sie, was morgen von Ihnen erwartet wird?


Sie haben angefangen, über die vorstehenden Fragen nachzudenken?

Gut, dann ist der erste Schritt getan. Doch machen Sie auch die nächsten Schritte, um auf dem Weg der Veränderungen voranzukommen!