IPL-Magazin 20 | Juli 2012 | 

Wer den Werbesprüchen der Logistikfirmen nachgeht, entdeckt nicht selten, dass das schön zu vermarktende Umweltbewusstsein oft nur wirtschaftliche Hintergründe ausweist.


M. Sc. Thomas Theiler Gesprochen wird von intelligenter Routenplanung oder Reduzierung von Leerfahrten. Ja, sicher, es ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass diese Maßnahmen CO2 einsparen und damit einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt leisten. Dennoch, das Streben nach Effizienz, und genau hierauf zielen diese Stoßrichtungen ab, wurde nicht erst mit dem Kyoto-Protokoll erfunden.

Ist es nicht das unternehmerische Denken, dass uns ökonomisches Handeln geradezu vorschreibt? Und trifft es sich nicht dann besonders gut, wenn aus Ökonomie auch Ökologie wird? Ist es nicht selbstverständlich, dass der Laderaum optimal genutzt werden sollte, oder dass die Transportroute möglichst intelligent geplant wird?

Für die Umwelt trifft es sich gut, dass ein hoher Ausstoß von CO2 auch zu hohen Transportkosten führt. Und ob man von "grüner Logistik" sprechen kann, wenn die CO2 Bilanz durch Kompensationsmaßnahmen verschönert wird, halte ich persönlich für äußerst Zweifelhaft. Solange CO2 oder andere umweltbelastende Stoffe bei der Bewegung von Waren entstehen, ist für mich die Logistik nicht "Grün".

Bei aller eben aufgeführter Kritik, das Bestreben, die Logistik so ressourcenschonend wie möglich zu gestalten, muss eine wichtige, generationenübergreifende Aufgabe sein. Der sorgsame Umgang mit der Natur ist eine Pflicht die uns die nachkommenden Generationen danken sollten und nicht der Kontostand.

Ob Unternehmen, die sich der grünen Logistik verschreiben, es schaffen, sich am internationalen Markt zu behaupten, bleibt abzuwarten.

Uns und der Umwelt wünsche ich es auf jeden Fall!