IPL-Magazin 19 | April 2012 | 

Liebe Leserinnen und Leser, mit dem Titel "Investieren in Intelligenz" stellt das IPL-Magazin diesmal die provokante Behauptung in den Raum, erst mit der Prozessorientierung das brachliegende Intelligenzpotential in der Produktionskette wirklich zu nutzen.


Dipl. Wirtschaftsing. Markus EhmannHaben Sie mit einer solchen Argumentation schon einmal ein Projektbudget genehmigt bekommen? Nein? Natürlich lässt sich ein schlanker und funktionierender Prozess auch messen. Die Durchlaufzeiten reduzieren sich und schwanken weniger, Bestände sinken und Liquidität wird frei gesetzt. Solche Fakten sind ein Muss in Zeiten von Return on Investment und der verantwortungsbewussten Rechtfertigung eines jeden Optimierungsprojekts. Ein weitaus wirkungsvollerer Effekt von Prozessorientierung ist allerdings, dass sich die Arbeitskraft der Mitarbeiter in Zukunft nicht mehr auf das "Einfangen" von querschlagenden Produktläufen konzentrieren muss, sondern voll und ganz der Optimierung der wirklich betriebsrelevanten Kernprozesse zu Gute kommt.

Immerhin ist es nicht das Ziel, im operativen Betrieb ständig auf der Suche nach eiligen Aufträgen im Getriebe der Produktionsmaschinerie und dem Beheben von Fehlern, anstatt der Ursachen, beschäftigt zu sein. Dieses Potential zu sehen, erfordert von Führungskräften natürlich einiges mehr an Weitsicht, als sich schlicht mit quantifizierbaren und kalkulierbaren, kleinen Poka-Yoka-Schritten vorwärts zu bewegen. Auf der anderen Seite wird auch dieses größere Vertrauen in die dadurch bedingte Eigenmotivation und lösungsorientierte Haltung der Mitarbeiter belohnt.

In diesem Sinne sollte die Prozessorientierung wirklich als ein Befähiger zu lösungsorientierter Intelligenz gesehen werden. An statt täglich Brandherde zu bekämpfen, finden Sie es denn nicht auch reizvoller, die Lösung von morgen zu entwerfen?